Besuch
der Air Caterer Five Star GmbH

Einen
Besuch der etwas anderen Art unternahmen 13 Mitglieder der Flughafenfreunde
Wien am 16.September, wobei es diesmal weder Flugzeuge noch ölig riechende Hangars
zu sehen gab, sondern eine nicht minder interessante Produktionsstätte für Inflight Catering.
Die
Firma einer Schweizer Investorengruppe liegt nicht, wie vielleicht manche
vermutet hätten, am Gelände des Vienna Airports, sondern etwas versteckt am
östlichen Industriegebiet von Fischamend. Keinesfalls
zu verstecken braucht sich das Unternehmen allerdings für seine bisherigen
Aktivitäten. Im Gegenteil, in knapp 4 Monaten - vom Spatenstich bis zur ersten
Lieferung am 27. März dieses Jahres - wurde
auf einer Fläche von 2400 m2 vorwiegend in Containerbauweise, eine nach dem
neuesten Stand der Technik geplante Firma errichtet, wobei vorausschauend nur
ungefähr ein Drittel der vorhandenen Grundfläche verbaut wurde, da man auf
Expansion setzt und so auch für eine später notwendige Erweiterung noch
genügend Platz vorhanden ist.
Wir
wurden von Herrn Peter Solitz, Geschäftsführer der Air
Caterer Five Star GmbH, welcher auf eine 20jährige
Berufserfahrung bei Airest zurückblicken kann und
daher auch gute Kontakte zu den Airlines besitzt und in sehr engagierter Weise
zum Start dieses Unternehmens beigetragen hat, im Seminarraum im ersten Stock empfangen,
wo zu unserer aller Überraschung auch kulinarische Kostproben bereitstanden, bei
deren Verzehr man sich nicht wunderte, dass man seit der Eröffnung im März
schon an die 15 Kunden gewinnen konnte, unter denen sich auch ein Kaliber wie
die Ukraine International befindet, die mit über 20 Flügen pro Woche eine
solide Grundauslastung für das Unternehmen bringt. Zu den Schmankerln die für
diese Airline produziert werden gehören unter anderem gebratener Zander mit
Zellerpüree, ungarisches Rindsgulasch oder ein Kalbsbutterschnitzel mit
Champignonsauce.
Weitere
Kunden des Air Caterer Five Star sind Jet Alliance, Map Executive Flightservice, MapJet, North Amercan Airlines, World Airways, Austrojet,
BEXJets, Jet Fly, sowie Air Charter Vienna, aber auch
einige Hotels in der näheren Umgebung werden mit Köstlichkeiten beliefert.

Auf die Frage ob es in Zeiten wie diesen nicht schwierig sei, Airlines als neue Kunden zu gewinnen, meinte unser Gastgeber, dass dies eher nicht der Fall sei, da derzeit alle Airlines sparen müssten und so einem Catering Wechsel bei entsprechendem Einsparungspotential eher zustimmen, als in so genannten „guten Zeiten“. Wobei wir auch schon bei den Preisen für die diversen Mahlzeiten wären, die natürlich eine große Bandbreite haben und je nachdem, ob es sich um einen Snack, kalten Imbiss oder ein mehrgängiges Menü in einem Business Jet handelt, zwischen 2,50 und 250 Euro liegen können.
Herr
Solitz gab uns dann einen detaillierten Überblick über
seine Firma und betonte, dass für die Produktion derzeit 10 Vollzeitmitarbeiter,
die alle aus der Branche kommen und sehr flexibel einsetzbar sind, beschäftigt
werden, während für Verwaltung und Buchhaltung, wie heute üblich, externe
Firmen beauftragt wurden. Die Mahlzeiten werden vorwiegend am Tag der Auslieferung
zubereitet, nur wenn der Flug zeitlich in Früh startet wird natürlich am Abend
davor produziert, wobei auch eine durchgehende Kühlkette von der Lieferung der
Zutaten über die Produktion bis zur Anlieferung ins Flugzeug zur Verfügung
steht und so die hohe Qualität der Ware garantiert. Um dies zu gewährleisten befinden
sich nicht nur am Produktionsstandort selbst zahlreiche Kühlkammern, sondern
auch am Flughafen wurde ein Stützpunkt mit den entsprechenden Kühlmöglichkeiten
errichtet. Überdies ist der Betrieb nach ISO 9001/2008 (Qualitätsmanagement)
und ISO 22000/2005 (Managementsystem für Lebensmittelsicherheit) zertifiziert, für
deren periodische Überprüfung die TÜV Austria CERT
GmbH zuständig ist.
Das
Team hat auch schon sehr kurzfristige Aufträge zur vollsten Zufriedenheit des
Kunden abgewickelt, wobei uns auch eine Episode mit MapJet
nicht vorenthalten wurde, deren Mitarbeiter 2 Stunden vor Abflug 400 Menüs
bestellten und man deshalb kurzfristig den von der Werbung her gut bekannten „Hausverstand“
bemühte und den Billa am Vienna Airport für die notwendigen
Zutaten fast leer kaufte…..

Um
beim anschließenden Rundgang den strengen Hygienevorschriften genüge zu tun,
war es notwendig, einen Haarschutz in Form einer Plastikhaube und einen Mantel aus
demselben Material überzuziehen. Bei gegenseitiger Betrachtung entbehrte dieser
Anblick nicht einer gewissen Komik. Hatte ich doch schon lange nicht so viele
gestandene Männer aber auch Frauen mit „Spitzenhäubchen“ gesehen.
Dass
bei einem solchen Vorzeigeunternehmen alle Arten von Menüs, ob es sich nun um österreichische,
chinesische oder internationale Küche handelt, hergestellt werden können,
braucht man ja schon fast nicht mehr zu erwähnen. Täglich werden ca. 1500 bis
1800 Essen produziert, wobei die derzeitige Kapazitätsgrenze bei 5000 Einheiten
liegt.
Mit
Stolz wurde uns bei diesem Rundgang auch die Halal
Küche gezeigt in der nach moslemischen Vorschriften gekocht werden kann und die
von der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich zertifiziert wurde.

Nach
dem Rundgang gab es durchwegs erstaunte Gesichter, was heute mit viel Engagement
und einem motivierten Team alles möglich ist. Wir wünschen dem Unternehmen
weiterhin viel Erfolg und bedanken uns bei Herrn Peter Solitz
recht herzlich für die Einladung.
Heinz Loidl