Ein Vereinsflug der besonderen Art!

Während in der zivilen Luftfahrt alles größer, moderner
und noch sparsamer wird , haben sich die Flughafenfreunde Wien bei
ihren letzten Vereinsausflug an die Wurzeln der zivilen Luftfahrt zurück
erinnert.
Nun folgend ein Bericht über unseren letzten Vereinsflug der
unter dem Motto stand- „Der Weg ist das Ziel“.
Am 15.Mai organisierte der Verein der Flughafenfreunde Wien in Kooperation
mit den 1st Austrian Dakota Club aus Salzburg eine Fahrt nach Budaörs
(nahe Budapest) .
Dort beheimatet ist eine der letzten noch Flug fähigen, Lisunov-2
, ein Russischer DC-3 Nachbau mit Baujahr 1949 ,von dem einst mehrere tausend
Stück produziert wurden.
Bereits vor längeren berichtete ich in einer unserer Vereinsmagazinen über die Geschichte dieser Lisunov 2 , und deren Instandsetzung arbeiten am Flugfeld Budörs.
Um 07.00h war Treffpunkt für unsere Gruppe von unseren 19 gut gelaunten Teilnehmern am Flughafen Wien , als es anschließend zunächst einmal bis zum Grenzübergang Nickelsdorf mit unseren Reisebus der Firma Aichinger ging.
Am Grenzübergang war ein zusammen treffen mit den Teilnehmern des
Salzburger Dakota Clubs angesagt, die bereits am Vortag nach Wr .Neustadt
gereist waren.
Nach einer kurzen Begrüßung unserer Mitglieder ging es gemeinsam
weiter nach Budörs.
Der Flughafen Budörs liegt ca. 10km vor Budapest direkt neben der
Autobahn M1, und war bis zum Krieg 1945 der alte Flughafen von Budapest.
Noch heute ist das alte ehrwürdige Fluggastgebäude mit seinen
Einrichtungen zu besichtigen. Das nahe Flugfeld , bestehend aus nur
einer Graspiste und unserer Maschine mit Baujahr 1949 davor , dürfte
wohl viele in die gute alte Zeit zurück versetzt haben als die Li-2
noch das tägliche Fluggeschehen in Budaörs beherrschte.
Heute dient der Flughafen nur noch der privaten Fliegerei und
beheimatet einige Wartungsunternehmen , weiters ist der Flughafen aber
auch Heimatbasis für unsere Li-2 Maschine der Gold Timer Foundation.
Ein Verein der es sich zum Ziel gesetzt hat alte ehrwürdige Könige
der Lüfte wieder Flug fähig zu machen und der Nachwelt zu erhalten.
So stand unsere Maschine für einige Jahrzehnte als Ausstellungsstück
im freien eines Museum , bevor es vor zwei Jahren durch die Foundation
übernommen wurde, und von Grunde auf wieder Instandgesetzt wurde .
Heute ist das Flugzeug als fast neuwertig anzusehen , nachdem das Flugzeug
von Grunde auf neu aufgebaut wurde.
Bevor es aber mit unseren Rundflug los ging landete die Maschine gegen
11.30h aus der Tschechischen Republik kommend in Budaörs.
Nachdem uns die Freunde aus Salzburg darum gebeten haben, startete
die Maschine gegen 12.00Uhr zum ersten Rundflug mit den Enthusiasten aus
Salzburg, während die Mitglieder unseres Vereines sich ungestört
den restlichen anderen Flugzeugen am Platz (mehrere Antonov 2 z.b) widmeten.
Unser Altobmann Dietmar Schreiber sowie unser Mitglied Peter Unmuth mieteten sich extra vor Ort eine Cessna 172 um die Li-2 „Air to Air“ über Budapest fotografieren zu können.
Nach ca. einer Stunde landeten die Salzburger und verließen mit einen lachenden Gesicht die Maschine. Waren der Grund dafür die Flasche Sekt die jeder bekam, oder war es der einstündige Flug der für die gute Laune sorgte?
Natürlich war es der Flug, und sofort nach der Landung bestiegen auch schon die Flughafenfreunde Wien die Maschine um erwartungsvoll den Start abzuwarten.
Doch leider, vorerst tat sich einmal gar nichts mehr, beim Startversuch
unseres linken Motors hatte sich der Starter verabschiedet, und mußte
von den Mechanikern vor Ort getauscht werden.
Zum einen waren das zwar bange Minuten ob wir wohl auch noch zum fliegen
kommen, zum anderen konnten wir nun live miterleben was Maintenance bedeutet,
und hatten auch noch Glück das sich allmählich auch noch das
Wetter besserte.
Mit einer einstündigen Verspätung starteten wir doch noch zu unseren Rundflug, natürlich wurde das anlassen des linken Motors durch einen großen Applaus begleitet, wäre doch schade gewesen hätte die Maschine nicht mehr fliegen können.
Unsere gezwungene Verspätung wurde durch einen überaus interessanten
Flug entschädigt, so flogen wir in einer Höhe von nur 100-700
Meter über Grund , an Feldern und Seen entlang.
Als Höhepunkt unseres Fluges überflogen wir eine Airshow
in Debrecen im Low –Pass und sorgten für staunende Gäste am Boden
mit unseren Oldtimer.
Weiter ging unser Flug zurück in Richtung Budapest wo wir die
Stadt kreuzten, und nochmals einen Segelflugplatz im Tiefflug überflogen,
als dann zur Hälfte unserer Flugzeit auch noch die Sonne heraus kam,
war unser Flug vollkommen perfekt geworden , und wir waren über den
verspäteten Abflug sogar dankbar.
Fliegerherzen was willst du mehr ?
Leider hat alles ein Ende und so landeten wir nach mehr als einer Stunde
wieder in Budaörs, und zum Abschluß unseres Fluges gab es ebenfalls
ein Fläschchen Sekt für alle Teilnehmer an Board.
Nur schweren Herzens konnten wir uns an diesen Tag aus Budaörs
verabschieden, dieser Flug war wirklich etwas besonderes geworden wofür
wir uns bei unseren Piloten in speziellen natürlich bedanken möchten.
A special thanks for our unforgetable flight with GOLDTIMER FOUNDATION
LI-2 on Sunday 15.June 2003 to Dr.Takats Laszlo, Mr. Hajdu Karoly (President)
our two Li-2 Pilots and the helpful mechanic staff !
MARTIN DICHLER