„40
Jahre
747“
Kaum zu glauben, aber der unter den
Namen Jumbo Jet fliegende Gigant der Lüfte, wird am 9. Februar bereits vierzig
Jahre alt.
Für die damalige Zeit war das Flugzeug
viel zu groß konzipiert worden und gelangte auf einen Markt, der bisher nur Jets bis max.
200 Sitzplätze kannte.
Die Maschine hatte eine Gesamtlänge
von 70,67 m und bot erstmals auf zwei Ebenen bis zu 505 Passagieren Platz, bei
einem Startgewicht von 322 Tonnen.
Der Jumbo Jet blieb bis zur Produktion
des A-380 im Jahre 2005 das größte Passagierflugzeug.
Aber auch heute noch wirkt die Größe
des Flugzeugs magisch auf seine Passagiere, jeder möchte zumindest einmal in
einem Jumbo Jet geflogen sein.

PAN AM war
Erstkunde und gab bereits am 13.April 1966 den Auftrag zum Bau des Flugzeugs.
Der
Gesamtpreis für die Bestellung von 25 Stück betrug damals USD 525
Millionen. Für diesen Geldbetrag würde
man heute gerade einmal, zwei neue Boeing 747-8 (die neueste Generation, des
747 Modells) erhalten.
Für den Bau
des neuen Riesenjets, musste in Seattle erst einmal die Infrastruktur durch den
Bau von Hangars geschaffen werden.
Am Paine
Field, in der Nähe von Everett entstand eine gigantische Montagehalle, die
lange Zeit zu den größten Gebäuden der Welt zählte.
Noch heute
befindet sich darin die Produktionsstätte für die Boeing 747 & zukünftigen
787 Modelle.
Der
kommerzielle Erstflug der Boeing 747-100 fand am 21.Jänner 1970 auf der Strecke
New York- London statt.
Die „Clipper
Young America“ konnte 405 Passagiere auf seinen Erstflug von knapp 7 Stunden
befördern, eine Kapazität die manchen Airlines zum damaligen Zeitpunkt als viel
zu groß erschien.
Mehrere
technische Probleme an der 747-100 sorgten für weitere Rückschläge, dass bis
dahin erfolgsverwöhnte Unternehmen Boeing, stürzte in eine Krise.
Von der
Basisversion Boeing 747-100 wurden nur 205 Maschinen produziert bevor die
verbesserte Version Boeing 747-200 auf dem Markt kam.
Die 200er
Version brachte Boeing auch wieder den Erfolg zurück, der von den Flugzeugen der
Serie 707, 727 und 737 bekannt war.

Lufthansa
zählte zu den Erstkunden der Boeing 747 in Europa
Bild (c)
Helmut Bierbaum
Das neue
Flugzeug flog erstmals bei KLM am 25. November 1971 und konnte auf eine höhere
Reichweite, mehr Startgewicht und stärkere Motoren zurückgreifen. Weiters
Unterschied sich die 200er Version durch ein gestrecktes Oberdeck mit zehn
Fenstern, wodurch nochmals mehr Passagiere befördert werden konnten.
Erstmals
wurde auch ein reines Frachtmodell am Markt mit der Boeing 747-200F angeboten,
weitere Mixversionen wie die Boeing 747-200Combi oder 747SUD bereicherten das
Angebot.
Auch die
Verwendung als VIP oder Regierungsflugzeug erlangte mit der 200er Serie eine
neue Dimension, dass bekannteste Muster darunter ist sicherlich die Air Force One des amerikanischen Präsidenten, von der
zwei Stück gebaut wurden.
Insgesamt
konnten von der Boeing 747-200 bereits 406 Stück in allen zivilen und Militärischen
Varianten verkauft werden bevor die Produktion engestellt wurde.
Bei der Boeing
747 handelt es sich um eine Erfolgsgeschichte, die ständig ihre Fortsetzung
fand.
Zu der
sicherlich interessantesten Version zählte die Boeing 747 SP (Special Performance),
deren Entwicklung am 1.Mai 1973 bekannt gegeben wurde. Die SP verfügte über
einen um 14,3 m gekürzten Rumpf und war für max. 370 Passagiere ausgelegt.

Cockpit
eines Korean Air Cargo B 747-400 Jets
Die Boeing
747SP sollte als Konkurrenzmuster zu den neuen dreistrahligen Langstreckenflugzeugen
DC-10 und Tristar produziert werden und verfügte über
eine extreme Reichweite von rund 14.000km.
Mit dem neuen
Modell wurden einige Langstreckenrekorde der damaligen Zeit gebrochen. So flog
eine Maschine mit nur 50 Passagieren auf ihrem Auslieferungsflug nonstop von Seattle
nach Kapstadt in Südafrika, was einer Strecke von 16.650km entsprach.
Die 747SP
wurde kein Verkaufserfolg, insgesamt wurden bis zu deren Produktionseinstellung
im Jahre 1982 nur 45 Stück produziert. Zu sehr war die Wirtschaftlichkeit der
dreimotorigen Konkurrenz bereits fortgeschritten.
Wirtschaftliche
Überlegungen der Airlines veranlasste Boeing im Jahre 1983 eine neue Version
der Boeing 747 zu entwickeln. Die Boeing 747-300 verbrauchte mit einer neuen
Generation an Triebwerken um ca.25% weniger Kraftstoff als die100er Serie und
konnte bei einem neuerlich gestreckten Oberdeck mehr Passagiere bei niedrigeren
Kosten befördern.
Erstkunde war
die Swissair welche am 28.März 1983 die erste Maschine in Betrieb stellte.
Japan
Airlines bestellte eine spezielle Version der Boeing 747-300, die SR (Short
Range) Version wurde auf Inlandsflügen eingesetzt und bot unglaubliche 626
Sitzplätze.
In Europa unterhielt
die französische Corsair eine Boeing 747-300 für
Charterflüge, diese war mit einer fragwürdigen Bestuhlung von 580 Plätzen
ausgelegt und hielt in Europa den Rekord.
1989 endete
die Produktion des Modells nach nur 81 verkauften Flugzeugen.
Die vorerst
letzte Version aus der Boeing 747 Reihe war das 400er Modell, dessen
Entwicklung im Jahre 1985 begann.
Mit einer
Startmasse von 408 Tonnen wurde ein neuer Weltrekord für Verkehrsflugzeuge
erzielt.

Lufthansa
bietet ihren Passagieren im Upper Deck höchsten Komfort
Durch den
Einsatz von neuen Materialen, einen modernen Glascockpit welches es erstmals erlaubte
den Flugzeugtyp mit nur zwei Piloten zu fliegen und neuen PW4000 Triebwerken,
konnten neue Verkaufserfolge erzielt werden.
Die erste
Boeing 747-400 wurde am 26.Jänner 1989 an Northwest Airlines ausgeliefert.
Wie bei den
voran gegangenen Modellen gab es von der Boeing 747-400 verschiedenste
Ausführungen. Zu den bekanntesten zählt sicherlich die Boeing 747-400ER und die
reine Frachtversion 747-400F.
Optisch
unterscheidet sich die 400er Version, durch die an den Tragflächen angebrachten
Winglets, welche eine zusätzliche
Treibstoffeinsparung garantieren.
Im März 1997
gab Boeing nach fast 700 verkauften Flugzeugen bekannt, die Produktion der
400er Passagierversion einzustellen, einzig das Frachtmodell wird in Seattle
derzeit noch erfolgreich weiterproduziert.
Das
aktuellste Muster der Boeing 747 Serie, ist das Boeing 747-8 Modell welches ab
2010 angeboten werden soll.
Die 747-8
nutzt Technologien der 787, um die Wirtschaftlichkeit und die Funktionalität
der 747-400 erheblich zu verbessern und gleichzeitig den Treibstoffverbrauch zu
verbessern und Emissionen und Lärm zu reduzieren.
Laut Boeing Eigenwerbung,
„entspricht die 747-8 dem Wunsch der Fluggesellschaften nach einem
Passagierflugzeug, dass den Markt für Flugzeuge mit 400 bis 500 Sitzen bedient
und damit größenmäßig zwischen dem 555-sitzigen A380 und der 365-sitzigen
Boeing 777-300 Extended Range liegt. Zur 747-Familie gehört außerdem ein
Frachtmodell, dass die Führungsposition der 747 Frachterfamilie im
internationalen Frachtmarkt fortführt“.

Die
Boeing 747-400F wurde in den letzten Jahren in Seattle/Everett weiter
produziert
Erstkunden
der Frachtversion sind Cargolux und Nippon Cargo. Leider kommt es ähnlich dem
Boeing 787 Modell zu Verzögerungen bei der Produktion, wodurch der
Erfolg der
Passagierversion vorerst noch aus bleibt, neben Lufthansa (20Stück) hat nur
Arik Air weitere Flugzeuge des Typs bisher bestellt.
Man darf
annehmen, dass es sich um die letzte gebaute Version des Jumbo Jets handeln
dürfte.

Das gewaltige
Hauptfahrwerk der Boeing 747 steht zum Einbau in Everett bereit
Die
Boeing 747 am Flughafen Wien
Die Boeing 747 hat am Flughafen Wien bereits eine lange Geschichte und ist vor allem durch den Einsatz von Korean Air Cargo, alltäglich am Flughafen Wien zu bewundern.

Mitte der
siebziger Jahre war Iran Air sogar mit zwei Jumbos in Wien zu Besuch
(c) Flughafen Wien AG
Zu den
interessantesten Flügen zählten sicherlich Mitte der achtziger Jahre die Flüge
der KLM nach Karachi via Dubai. ALIA Royal Jordanien Airlines flog den Typ über
Wien nach Chicago und New York. Iran Air zählte ebenfalls zu den langjährigen
Besuchern am Flughafen Wien und brachte auch die SP Version zum Einsatz.
South African
verband während der Apartheid Johannesburg mit Wien.
In den achtziger
und neunziger Jahren, flogen sowohl Garuda, Thai, Eva Air und Singapore Airlines regelmäßig nach Wien.
Zu den
letzten Passagier Jumbos zählte Asiana und Korean Air auf ihren Flügen nach Seoul Mitte der neunziger
Jahre.
Heute kann
man neben den erwähnten Korean Air Cargo Flügen auch Asiana Cargo mit dem Jumbo in Wien antreffen.
Korean Air fliegt achtmal wöchentlich zwischen Seoul-Wien-Oslo/Kopenhagen/Stockholm/Amsterdam/Brüssel
und Tel Aviv.
Insgesamt
können auf den Flügen 117.500 Kilogramm Fracht befördert werden, dass entspricht
39 Standart Luftfracht Paletten und zwei Standart Unterflur Container AKE.
Emirates
Airlines nutze im vergangenen Jahr immer wieder eine Boing 747 auf ihren
Frachtflügen, die durch Jumbos der Atlas Air und Polar Air Cargo ersetzt
wurden.

Mehrmals wöchentlich in Wien zu Gast - Korean Air auf seinen Frachtflügen

Cargo-Maindeck während der Beladung
Martin Dichler