DANUBEWINGS wird flügge!

 

 

Wer in Zeiten wie diesen an die Neugründung einer Airline denkt, muss entweder über einen genialen Plan oder über ausreichende finanzielle Mittel verfügen.

Das Luftfahrtgeschäft boomt in der Slowakei und mit DanubeWings, entsteht eine neue Fluggesellschaft mit Sitz in Bratislava.

 

Im eigentlichen Sinne handelt sich bei DanubeWings nicht um eine komplette Neugründung.

DanubeWings ist vielmehr ein Projekt der bisher in Business Charter tätigen VIP Air.

VIP Air wurde im Jahre 2000 gegründet und zählt heute mit ihrer Flotte bestehend  aus drei Citation Jets und drei Beechcraft Kingair, zu dem führenden Anbietern von Business Jet Flügen in der Slowakei.

 

              

 

Weitere drei Business Jets (Hawker 800XP Premier I, Hawker 4000) werden in Kürze an die Gesellschaft ausgeliefert , mit dem 800XP steht erstmals auch ein Großraumjet für die Kunden zur Verfügung.

 

DanubeWings wird mit den bestehenden AOC (Airline Operation Certificate) des Unternehmens VIP Air betrieben und soll, mit ihrer im vergangenen August ausgelieferten ATR 72-200, für vielfältige Aufgaben zur Verfügung stehen.

Das neue Projekt DanubeWings wird von slowakischen Investoren unterstützt und basiert auf eine kleine regionale Fluggesellschaft mit Sitz in Bratislava.

 

„Es gäbe genügend Routen, die man ab Bratislava gewinnbringend mit einer ATR fliegen könnte, die jedoch mit dem Einsatz einer Boeing 737, wie sie die Konkurrenz benutzt, nicht profitabel genug wären“, so Arpad Agocs gegenüber Approach.

 

Zunächst war angedacht eine ATR 42 einzusetzen, die Möglichkeit das kleinere Modell des Typs ATR am Markt zu bekommen, war jedoch sehr gering, so das man sich dazu entschloss, eine gebrauchte ATR 72 zu übernehmen.

 

 

Approach traf Arpad Agocs (VIP Air Sales Marketing Manager) zu einem Gespräch über das neue Projekt.

 

  

 

Arpad Argocs, vergleicht im Gespräch das Produkt DanubeWings mit der österreichischen Austrojet: „Die Gesellschaft verfügt genauso wie wir über Business Jets, durch den Einsatz der Dash 8 erweitert sich die Angebotspalette“.

 

Approach:

Warum haben Sie sich bei ihrer neuen Airline für den Flugzeugtyp ATR entscheiden?

 

Arpad Agocs:

Unsere Investoren wollten natürlich einen Flugzeugtyp der vielfältig einsetzbar ist und die ATR 72, bietet da alle Möglichkeiten - von Passagier bis zu Frachtflügen.

Zudem ist die ATR sehr kostengünstig im Betrieb und Unterhalt.

Zunächst war der Einsatz einer ATR 42 eingeplant, dieser Typ ist jedoch derzeit schwer am Markt zu bekommen und so haben wir uns für das größere Modell entschieden!

Viele Unternehmen in unserer unmittelbarer Nachbarschaft bieten 30-50 Plätze am Chartermarkt an, wir hoffen mit unseren 70 Plätzen auf der ATR 72 eine Nische gefunden  zu haben.

 

 

Approach:

Sie erhalten in Kürze bereits ihr zweites Flugzeug?

 

Arpad Agocs:
Ja, bereits im November soll ein zweites Flugzeug zur bestehenden Maschine hinzukommen, welches in Kürze einen großen technischen Check unterzogen wird, bevor es bei uns zum Einsatz kommt.

 

Approach:

Welche Art von Operationen haben Sie geplant mit ihren Flugzeugen?

 

Arpad Agocs:

Wir bieten unser Flugzeug für Ad Hoc Charter und reguläre Charterflüge an.

Derzeit planen wir aber auch den Start von regulären Linienflügen ab Bratislava, beginnend mit dem Jahr 2009.

 

Approach:

Gibt es schon Destinationen die Sie überlegen anzufliegen?

 

Arpad Agocs:

Es ist eigentlich kein Geheimnis, dass wir überlegen nach Kosice zu fliegen.

Natürlich ist es so, dass wir auf dieser Strecke Skyeurope als Konkurrent hätten, aber wir können mit einer wesentlich geringeren Auslastung profitabel fliegen.

Wir könnten uns aber auch vorstellen einige internationale Routen ab Kosice zu starten, da sind wir gerade in Verhandlungen mit dem Flughafen stehen, inwiefern man mit  unserer Airline kooperieren möchte.

 

Approach:

Sollen die Flüge auch als Low Fare Tickets angeboten werden, oder suchen Sie nach dem Kunden (Geschäftsmann), der bereit ist mehr Geld für das Ticket auszugeben?

 

Arpad Agocs:

Es wäre nicht logisch gegen eine Low Cost Airline mit hohen Tarifen zu kämpfen!

Wir werden zwar keine Low Cost Airline sein, dafür aber Low fare Tickets anbieten.

Wir werden auf unseren Flügen auf alle Fälle ein gewisses Maß an Service bieten und unsere niedrige Kostenstruktur nutzen um profitabel zu fliegen.

 

Approach:

Wo war die erste Maschine zuletzt im Einsatz?

 

Arpad Argocs:

Unsere Maschine OM-VRA flog zuletzt bei der Irischen Air Aran und wurde vor der Übergabe einen großen Check unterzogen. Die Turbinen wurden bei Lufthansa Technik einer gründlichen Überholung unterzogen. Unser Flugzeug wurde komplett überarbeitet, neu lackiert und erhält auch in naher Zukunft ein neues Interieur!

 

Approach:

Woher kommen ihre Crews für die ATR, haben Sie bisherige Business Jet Piloten dafür umgeschult?

 

Arpad Agocs:

Unsere Crews kommen zumeist von der ehemaligen Slovak Airlines, welche ja im letzten Jahr ihren Betrieb eingestellt hat.

Diese Piloten verfügen über eine hohe Anzahl an Flugstunden und damit über eine große fliegerische Erfahrung.

Wir haben mit CSA einen Vertrag für das Type Rating und auch für die Ausbildung unserer Crews und Mechaniker abgeschlossen. Die CSA fliegt ja bereits seit langer Zeit mit diesen Flugzeugen und bietet daher auch einen perfekten Support für uns.

Es fliegen aber auch einige Air Slovakia Boeing 757 Piloten für unser Unternehmen.

 

Approach:

In der Vergangenheit ist der Business Markt in der Slowakei rasant gestiegen und das trotz der hohen Konkurrenz aus Wien. Woher stammen ihre Kunden?

 

Arpad Agocs:

Ungefähr 60-70% unserer VIP Air Kunden kommen aus Polen, Ungarn der Slowakei und auch aus Tschechien. In Tschechien ist die Konkurrenz jedoch sehr groß und der Markt dadurch schwieriger. Aufgrund der heute noch relativ schlechten Infrastruktur bevorzugen viele internationale Unternehmen aus den genannten Ländern, gerne die Dienste eines Unternehmens wie unserer VIP Air.

Viele Kunden hätten sehr lange Anfahrtswege zu den nächsten Flugplätzen wie z.B. in Ungarn wo Linienflüge nur ab Budapest angeboten werden.

Wir können mit unseren Flugzeugen auch von kleineren Flugplätzen aus operieren und helfen den Kunden Zeit zu sparen.

 

Approach:

Dem Luftfahrt Business geht es derzeit nicht besonders gut, ist es heutzutage nicht besonders schwer genügend Kunden für ihre Flugzeuge zu finden?

 

Arpad Agocs:

Wir verfügen über ausgezeichnete Kontakte durch unsere langjährige Erfahrung im Business Charter Vertrieb, wir sind aber auch schon in der Vergangenheit Broker für größere Flugzeuge gewesen und sind überzeugt, dass wir mit unserem Projekt DanubeWings Investoren und Kunden zufrieden stellen werden!

 

 

 

Das Gespräch führte Martin Dichler