Boeing 747 Frachthub
Wien?
EVA Air Cargo nimmt als
weitere Airline Frachtflüge nach Wien auf

Seit 18. März neu am Flughafen Wien
Es ist kaum
zu glauben, aber als die japanische All Nippon Airlines ANA im Jahr 2001 ihre
Boeing 747 Passagierflüge nach Wien einstellte, gab es für mehrere Jahre am
Flughafen Wien keinen regelmäßigen Boeing 747 Verkehr zu verzeichnen. Der
allgemeine Frachtboom brachte gegen Ende des Jahres 2003 die Wende, als Asiana Airlines mit einem eigenen Frachtflug eine Boeing
747 wieder nach Wien brachte. Korean Air Cargo begann
als nächste Fluggesellschaft im März 2004 mit der Aufnahme von Frachtflügen
zwischen Seoul und Wien. Wieder kam das Standardgerät der großen
Frachtairlines, die Boeing 747F zum Einsatz. Inzwischen hat sich diese Verbindung
so gut entwickelt, dass die koreanische Airline zehn wöchentliche Rotationen
nach Wien anbietet. Im vergangenen Jahr kamen dann Jade Air Cargo und Air China
hinzu, auch diese Flüge in die österreichische Bundeshauptstadt werden mit
Jumbo Jets bedient. Nachdem das vergangene Jahr für das Frachtgeschäft allgemein
weniger erfolgreich war, konnte sich der Flughafen Wien in den ersten beiden Monaten
dieses Jahres über besonders starke Zuwächse freuen. Im Jänner und Februar 2010
verzeichnete man am Flughafen Wien einen Zuwachs von + 37% im Vergleich zu den
Zahlen des Vorjahres!
Dem Trend
folgend kann man sich seit 18. März 2010 wieder über einen Neuzugang im
Frachtgeschäft freuen. Eva Air Cargo hat mit einer Boeing 747 Frachtmaschine
einen zweimal wöchentlich bedienten Kurs zwischen Taipeh - Delhi - Wien und
Brüssel aufgenommen. Die zu 100% in privater Hand befindliche taiwanesische
Airline ist jedoch kein neuer Kunde am Flughafen Wien. Bis vor drei Jahren flog
man noch mit MD-11 Frachtern regelmäßig nach Wien. Eine viel längere Geschichte
hat das Unternehmen im Passagierverkehr zwischen Taipeh - Bangkok und Wien.
Seit dem 11. November 1991 fliegt man diese Strecke ohne Unterbrechung. Wien
zählte damals zu den ersten internationalen Verbindungen, nachdem das
Unternehmen erst wenige Monate zuvor in Taipeh gegründet wurde.

Terry Ma (General Manager Eva Air Österreich), Mag. Friedrich
Lehr (Leiter des Geschäftsbereiches Aviation am
Flughafen Wien) und Franz Krenmayer (Leiter Eva Air Cargo Österreich) freuen
sich über die Aufnahme der Verbindung
Warum sich
aber gerade der Flughafen Wien in den letzten Jahren und Monaten zum neuen
Frachthub entwickelt hat, erläutert Franz Krenmayer (Eva Air Cargo Manager
Wien) anlässlich des Erstfluges nach Wien; „Das
Handling am VIE erfolgt sehr schnell, die Stehzeiten sind kurz und der
Frachtumschlag von Anlieferung der Ware bis zur Übernahme durch den Spediteur/Händler
ist innerhalb von nur sechs bis sieben Stunden möglich. Dies ist ein entscheidender
Vorteil gegenüber anderen europäischen Flughafen, den die Kunden zu schätzen wissen!“ Kaum ein anderer europäischer
Flughafen schafft diese Leistungen in der gleichen Zeit. Eva Air Cargo offeriert auf den derzeit
zwei wöchentlichen Boeing 747 Frachtflügen zusätzlich
zwischen 18-30 Tonnen an Luftfrachtkapazität. Zusätzlich transportiert man auf
den drei wöchentlichen A-330 Passagierflügen zwischen 24 bis 36 Tonnen Fracht.
Eva Air Cargo operiert neun Boeing 747-400F und acht MD-11 Frachter auf ihrem
weltweiten Frachtnetz. Flog man früher mit MD-11 nach Wien, so hat man sich
jetzt dazu entschlossen, die Boeing 747 einzusetzen. Franz Krenmayer sieht den
Grund darin, dass die Nachfrage den Einsatz des größeren Typs erfordert und
Palletten-Typen zum Einsatz kommen die durch ihre Größe von den Spediteuren
eher gewünscht werden. Durch den Einsatz des Nose Loader Typs besteht außerdem die Möglichkeit, großes
Stückgut bis zu einem maximalen Gewicht von 13.600kg befördern zu können. Das
Eva Air Team Österreich zeigt sich überhaupt sehr optimistisch über die Zukunft
der neuen Strecke. Wenn die Aufträge weiter so anhalten, könnte durchaus ein dritter
Flug hinzu kommen. Schon der Erstflug nach Wien wurde zur Gänze verkauft,
Spediteure die früher schon Eva Air Cargo genutzt haben, zeigten sich erfreut
über die neuerliche Anbindung an Wien.

Bis zu 120 Tonnen Fracht können auf der Boeing 747-400
befördert werden

Hatte man im
vergangenen Jahr schon den Einsatz einer Passagier Boeing 777-300 angekündigt, so
gibt Terry Ma (Eva Air General Manager Österreich) während der Pressekonferenz
bekannt, dass man derzeit die Priorität am Standort Wien eher im Ausbau des
Frachtbereiches sieht. Und diese Wahl dürfte die richtige gewesen sein, wenn
man die derzeitig hohe Nachfrage nach Luftfracht verfolgt.
Bereits jetzt unterhält Eva Air Cargo in
Polen, Tschechien und der Slowakei Verkaufsbüros für ihre Frachtflüge.
Zusätzliches Potential sieht man besonders in Rumänien und Bulgarien. Mittels
Road Feeder System erhofft man sich deshalb aus diesen osteuropäischen Ländern
eine steigende Nachfrage auf den Wien Flügen. Die am häufigsten transportierten
Güter aus Asien nach Europa sind u.a. Notebooks, Fernseher, TV –Teile,
Elektronikbauteile, Textilien und allgemeine Güter der Unterhaltungstechnik und
Mobiltelefonie. Von Europa werden hauptsächlich Autoteile, Maschinen zur
Halbleiterherstellung, Turbinen, Solarenergie- Einrichtungen aber auch Wein,
Kristallschmuckstücke, Getränke (Red Bull), Autos und
Küchen mit Eva Air nach Asien exportiert. Dem Frachthub Wien dürfte somit eine
weitere positive Entwicklung bevorstehen. Gerüchte sprechen bereits von einer
weiteren neuen chinesischen Frachtairline, die Wien ins Streckennetz aufnehmen möchte.
Martin Dichler