LUFTFAHRTMUSEEN Teil 1:

Heute: Das österreichisches Luftfahrtmuseum in Graz-Thalerhof

Mit unserer neuen Serie „Luftfahrtmuseen“ möchten wir euch einen Überblick über interessante Luftfahrtmuseen aus der ganzen Welt geben. In unserer heutigen ersten Ausgabe, präsentiert unser Flughafen Graz Korrespondent Micheal Priesch, dass österreichische Luftfahrtmuseum in Graz!

 

Am Rande des Flughafen Graz befindet sich eher unscheinbar eines der wenigen Luftfahrtmuseen Österreichs mit einer mittlerweile bewegten Geschichte.

Gegründet als Verein im Jahr 1979 war es seinerzeit genau vor den damaligen kleinen Terminalanlagen gleich neben dem Vorfeld positioniert.

Heute befinden sich dort das Abflugterminal sowie die ÖLS-Luftfahrtschule.

Erste Exponate waren damals eine Antonov 2 sowie die MIG-15 und die PZL Ts-11 „Iskra“ der Polish Air Force.

Nachdem der damalige Ausbau der Flughafenanlagen aktuell wurde, wanderte man in eine ehemalige Reithalle die mittlerweile dem Parkhaus weichen musste.

Der Einsturz des Hallendaches durch Schneelast ging damals relativ glimpflich aus, war aber trotzdem der Tiefpunkt in der Museumsgeschichte.

 

 

Es wurden zwar zahlreiche Exponate z.T. schwer beschädigt und ein Segler sogar zerstört, doch hätte es weit schlimmer kommen können.

Heute befindet sich das Museum auf der Ostseite des Flughafens einige hundert Meter südlich der Terminal- und Hangaranlagen des Grazer Flughafens.

Immer noch als Verein geführt, hat sich das Museum zu einem echten Hingucker entwickelt. Dank zahlreicher guter Kontakte zu anderen Luftwaffen und durch engagierte Mitglieder wuchs die Zahl der Exponate beachtlich.

Sieht man sich die Ausstellung an, fällt besonders der Bezug zur schweizerischen, polnischen, schwedischen und natürlich  österreichischen Luftwaffe auf. 

Bereits in den Anfangsjahren konnte man aus Polen Flugzeuge wie die große Antonov 2, die Mig-15 „Fagot“ sowie die PZL Ts-11 „Iskra“, die in Polen immer noch im Einsatz steht, empfangen.

 

Da die Flieger durch Platzmangel ständig im Freien stehen, sind sie auch schon recht mitgenommen. Vor allem der An-2, die mittlerweile ohne Flächenbespannungen vor dem Hangar steht, sieht man das Alter an.

 

Von den Schweizer Freunden erhielt man eine deHavilland DH112 Venom, sowie eine DH115 Vampire, die derzeit übrigens eigenhändig restauriert wird.

Weitere Ausstellungsstücke der Schweizer Luftwaffe sind eine Hawker Hunter sowie eine schnittige Mirage IIIs.

Aus Schweden erhielt man dank exzellenter Kontakte zur Luftwaffe die Highlights der Ausstellung. Nämlich einen Saab Viggen in theoretisch flugfähigem Zustand, einen Doppelsitzer-Draken sowie einen Saab Lansen. Alle drei Exponate wurden übrigens fliegend nach Graz ins Museum überstellt!

Um den Viggen in den recht niedrigen Museumshangar zu bekommen musste sogar das Seitenleitwerk zur Seite geschwenkt werden!

Zum Großteil sind die ausgestellten Exponate militärischer Natur und auffallend ist vor allem die Zahl von großen Kampfjets für so ein relativ kleines Museum.

Neben den bereits genannten Modellen kann man auch eine ungarische Mig-21 bewundern.

Die österreichische Luftwaffe wird durch eine deHavilland Vampire, eine L-19, einen Saab Draken (Nr. 17), eine Saab Tunnan (auch genannt fliegende Tonne) sowie eine Bell 204 und eine Jak-11 präsentiert.

Dazu kommen auch noch zahlreiche Kleinflugzeuge wie Cessna 150, diverse historische Segler und viele interessante Ausstellungsstücke wie z.B. Schleudersitze, Flugzeugmotoren, Flugzeugmodelle, die Triebwerke der meisten ausgestellten Jet-Typen und sogar einen ganzen Triebwerksprüfstand.

Laufend werden die ausgestellten Flugzeuge gepflegt und restauriert. Aktuell arbeitet man an einen Vampire Jet sowie an einer Saab Tunnan.

Aus dem Wrack einer im letzten Jahr in Graz bruchgelandeten Cessna 150 Aerobat will man einen realistischen Flugsimulator bauen.

Für Freunde der Geschichte unserer Staatsfluglinie AUA findet sich etwas versteckt hinterm Museumhangar, dass Wrack der im Jahr 1984 bruchgelandeten Metro III OE-LSA.

Diese Maschine legte am 17. September 1984 in Wien eine Bauchlandung hin und wurde danach abgeschrieben. Seitdem fristet der Rumpf und einige Tragflächenteile in Graz sein Dasein.

Das Museum wird vom 1. Mai bis 26. Oktober an jedem Sonn- und Feiertag ehrenamtlich von den Mitgliedern des Museumvereins betrieben.

 

Sonderführungen können nach Voranmeldung natürlich auch gemacht werden.

Besonders Freunde der militärischen Luftfahrt und der österreichischen Luftfahrtgeschichte sollten dem Museum unbedingt einen Besuch abstatten. Für Freunde von Fliegern aus dem Osten hat man wie schon erwähnt ebenfalls zahlreiche Exponate zu bieten.

Der Standort, der direkt neben einer mittlerweile geschlossenen Luftwaffenkaserne liegt, vermittelt zusätzlich ein wenig Flair des Ostens.

Dieser Ort soll bis vor einigen Jahren noch als Lagerort für Lenkwaffen des Draken Abfangjägers gedient haben.

Neben dem Bewundern der interessanten Ausstellung kann natürlich auch das rege Treiben am Flughafen verfolgt werden. Die Nähe zur Graspiste Ost sowie neuerdings zum neuen Heliport des Christopherus 12 sorgt zusätzlich für die passende Umgebung. Diverse Souvenirs und Utensilien können im kleinen aber feinen Museumsshop erworben werden.

Weitere Informationen zum Museum in Graz finden sich auf der Homepage; www.luftfahrtmuseum.at.

Fotos undText:

Michael Priesch

 

Hier eine Liste der ausgestellten Flugzeuge:

Agusta Bell AB-204B (4D-BT)
Antonov AN 2 "Colt"
Bell H13H (Bell 47, 3B-HA)
Cessna 150 (in Restaurierung)
Cessna L-19 Bird Dog
De Havilland DH 112 Venom
De Havilland DH 115 Vampire (in Restaurierung)
Easy (in Restaurierung)
Hawker Hunter F.6
Jakovlev Jak 11 (4C-AH)
Luscombe 8 Silvaire (im Freigelände)
Mikoyan Gurevich MiG 15 "Fagot" (LIM-2)
Mikoyan Gurevich MiG 21 MF
Mirage III S
Musger Mg 19c

Piper PA-18 Cup
PZL TS-11 Iskra
Saab J 29 Tunnan
Saab J 32 Lansen
Saab Sk35C Draken (doppelsitziger, unbewaffneter Schuldraken)
Saab J 35 OE Draken
Saab J 37 Viggen
Schulgleiter SG-38
Texan (in Restaurierung)