Neue Chancen
für
Keine Frage, Ryanair polarisiert! Nicht
zuletzt durch die Ankündigung von Michael O`Leary, laut über Gebühren für den
Toilettenbesuch an Bord seiner Flugzeuge nachzudenken.
Das 1985 vom Iren Tony Ryan gegründete
Unternehmen schaffte es in den letzten Jahren zur größten Low Cost Airline
Europas aufzusteigen und den Luftfahrtmarkt in Europa entscheidend
mitzugestalten.
Seit einigen Jahren ist man auch in
Österreich aktiv, neben dem Flughafen Salzburg, fliegt Ryanair nach Linz, Graz
und Klagenfurt.
Einzig um Wien macht man bisher einen
großen Bogen.
Der ostösterreichische Ryanair Markt
wird vom grenznahen Bratislava bedient und das anscheinend mit großem Erfolg!
Spätestens seit die heimische
Skyeurope Airlines immer mehr an Boden verloren hatte, kamen immer mehr Ryanair
Flugzeuge nach Bratislava und übernahmen den Markt.
Durch den Konkurs der slowakischen
Billigfluglinie am 1. September, ergeben sich für Ryanair nun viele neue
Möglichkeiten um Marktanteile hinzu zu gewinnen.
APPROACH
sprach mit Ryanair
Sales&
Marketing Managerin Henrike Schmidt über das expandierende Unternehmen
und den österreichischen Markt.

Approach:
Zuerst gleich eine
aktuelle Frage an Sie.
Was sagen Sie zum
Konkurs der Skyeurope Airlines, die ja für einige Jahre am grenznahen Flughafen
Bratislava ihr Konkurrent war?
Henrike Schmidt:
Ryanair hat in den letzten Wochen von
SkyEurope als kleine regionale „high-fares“ Airline gehört, die sich in
finanziellen Schwierigkeiten befindet. Bis dahin war sie uns eher unbekannt. Unser
„Bye-Bye SkyEurope“ gebrandetes Flugzeug verdeutlicht den erneuten Abschied
einer High-Costs Airlines und erinnert Passagiere daran, mit einer finanziell
stabilen Fluggesellschaft zu buchen. Mit
mehr als zwei Milliarden Euro auf der Bank, ist Ryanair eine der finanziell
bestabgesicherten Airlines in Europa und die beliebteste der Welt.
Approach:
Innerhalb weniger Jahren
haben Sie in Bratislava ihr Streckennetz auf 14 Routen aufgestockt.
Ab Winter 2009 fliegen
Sie zusätzlich neu Bologna, Rom und Liverpool an.
Inwieweit kommt ihnen
der Zusammenbruch der slowakischen Skyeurope Airlines
hierbei entgegen und nehmen Sie den Konkurs der Airline zum Anlass, um in
Bratislava noch stärker als bisher zu expandieren?
Henrike Schmidt:
Wir
wachsen in Bratislava und haben, wie Sie bereits erwähnten, 14 Strecken
von/nach Bratislava, die alle sehr gut laufen. Grund für unser Wachstum sind
unsere günstigen Flüge, unsere unschlagbare Pünktlichkeit sowie die wenigsten
Flugstornierungen im Vergleich zu unserer Konkurrenz. Ryanair wird auch
weiterhin mit den günstigsten Flughäfen kooperieren, um von dort aus zu
wachsen.
Approach:
Ihre Fluggesellschaft fliegt
seit einigen Jahren den grenznahen Flughafen Bratislava an und verbindet Wien
mit einem Shuttlebus.
Wie viele ostösterreichische
Passagiere nutzen ihr Angebot ab Bratislava wirklich, nachdem in der
Vergangenheit schon Skyeurope Airlines vergebens versucht hat, Abflüge ab
Bratislava den Wien-Kunden zu verkaufen?
Henrike Schmidt:
Hierzu
liegen mir leider keine Informationen vor, aber wir können uns nicht über
mangelnden Zuwachs an österreichischen Passagieren beklagen.

Approach:
Mit wie vielen Passagieren rechnen Sie
im heurigen Jahr in der Slowakei und worauf schließen Sie die positive
Entwicklung ihrer Airline in Bratislava zurück?
Henrike Schmidt:
Wir
rechnen mit 850.000 Passagieren für Bratislava. Der Erfolg der Strecken liegt
wie bei allen Ryanair Strecken an den günstigen Preisen, der Pünktlichkeit und
Zuverlässigkeit unserer Flüge. Jetzt, da SkyEurope nicht mehr existiert,
erwarten wir ein Wachstum an Interessenten, die gerne günstig und pünktlich an
Ihr Ziel wollen – natürlich mit einer finanziell zuverlässige Airline, die auch
bei Reiseantritt noch fliegt.
Approach:
Ryan Air fliegt seit dem April 2001
nach Österreich, wie zufrieden sind Sie im Allgemeinen mit dem österreichischen
Markt und welcher Flughafen befördert die meisten Ryanair Passagiere ab
Österreich?
Henrike Schmidt:
Wir sind sehr
zufrieden mit unseren österreichischen Strecken, manche laufen besser als
andere, aber das ist ein natürlicher Prozess. Zahlen zu den Flughäfen können
Sie bei selbigen erfragen.
Approach:
Wie viele Passagiere wurden von
Ryanair im vergangen Jahr insgesamt ab Österreich befördert?
Henrike Schmidt:
PAX: 550,000

Approach:
Neben den beliebten London Routen
bieten Sie weitere Strecken ab Graz
(z.b Alghero, Barcelona- Girona) bzw.
Klagenfurt (Frankfurt-Hahn) an.
Wie zufrieden sind Sie mit der
Entwicklung dieser Strecken?
Henrike Schmidt:
Unsere österreichischen
Strecken laufen gut, und wir erwarten gar mehr Passagiere zur kommenden und
bald anlaufenden Wintersaison.
Approach:
Sehen Sie in Österreich noch ein
Entwicklungspotenzial für neue Strecken ab den Bundesländern?
Henrike Schmidt:
Ryanair
wächst stetig (+11%) und sollten Flughäfen daran interssiert sein, an unserem
Erfolg teilzuhaben, treten wir gerne in Verhandlungen ein, solange die Kosten
tragbar sind. Ryanair wird auch weiterhin mit den günstigsten Flughäfen
kooperieren und ist momentan in Verhandlung mit zahlreichen Flughäfen in
Europa.
Approach:
Abschließend noch eine Frage!
Es gab in der Vergangenheit Gespräche
zwischen Ryanair und dem Flughafen Wien die negativ endeten. Hätten Sie nach
der positiven Entwicklung in Bratislava eigentlich überhaupt noch Interesse den
Flughafen Wien anzufliegen?
Henrike Schmidt:
Wir
kommentieren keinerlei Gerüchte zu diesem Thema, daher kann ich hierzu leider
keine Stellungnahme abgeben.
Ryanair gab am 1.September bekannt, dass die Airline den ehemaligen Skyeurope Passagieren ein Rettungsangebot
zum Ticketpreis à 25 Euro** für den einfachen Flug anbieten. Dieses Angebot
bezieht sich auf alle durch
ausgefallene Skyeurope Flüge gestrandete, bzw. Passagiere
deren Reisepläne durch die Insolvenz der Airline betroffen sind. Dieses Angebot
ist nur für SkyEurope-Kunden und für Bratislava-Flüge
nach/von Alicante, Barcelona (Girona), Brüssel
(Charleroi), Rom (Ciampino), Liverpool und London
(Stansted) gültig. Ryanair verspricht, auch in
Zukunft allen Passagieren, die sich in einer ähnlichen Situation befinden,
Rückkehrhilfe anzubieten, sollten weitere Fluggesellschaften betroffen sein.
Der irische Carrier betont auβerdem, dass die
einzig sichere Art zu Reisen, das Buchen bei einer finanziell abgesicherten
Airline wie Ryanair sei.
Ryanairs Rettungsangebot kann ab sofort bis zum 15. September
2009 auf www.ryanair.com/member/SkyEuroperescuefare.html
gebucht werden und gilt für Flüge bis zum 17. Dezember diesen Jahres. Es ist
ausschließlich für SkyEurope-Passagiere gültig.
Dazu Stephen McNamara, Head of
Communications bei Ryanair:
“Die Insolvenz
von SkyEurope verdeutlicht das Risiko mit einer
finanziell instabilen Fluggesellschaft zu fliegen. Ryanair
wird gestrandeten und gebuchten SkyEurope-Passagieren
jedoch helfen, ihre Reisepläne fortzusetzen. Wir haben das gröβte
Streckennetz in ganz Europa, so dass aktuell gestrandete SkyEurope-Passagiere
problemlos einen für sie günstig gelegenen Alternativ-Flughafen für die
Heimkehr finden sollten. Diese können unsere Rettungsangebot für nur 25 Euro
inklusive Steuern und Gebühren** unter www.ryanair.com/member/SkyEuroperescuefare.html
noch bis zum 15. September buchen.
Die Flughafenfreunde Wien (Approach
Magazin) bedanken sich für das Interview und wünschen Ryanair
weiterhin viel Erfolg in Österreich.
Martin Dichler