2009 - das Jahr der großen Luftfahrtkrise?

Schwierige Zeiten für das Airline Business: 8,7% weniger Passagiere am Flughafen Wien im Jahr 2009.  Wie geht es weiter in der Branche und wie schwer war wirklich das vergangene Jahr, für die nach Wien fliegenden Airlines? Ist ein Ende der Krise in Sicht?

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APPROACH hörte sich anlässlich der Wiener Ferienmesse in Branchenkreisen um und gibt wieder, wie das vergangene Jahr wirklich war und welche Prognosen die Airlines für das heurige Jahr geben.

Approach:

Alle sprechen von der Luftfahrtkrise. Wie schwer war für Ihre Airline das vergangene Geschäftsjahr in Österreich?

 

Walter Negri (Sales Manager CHINA AIRLINES)

2009 war das schwierigste Jahr der Luftfahrt seit Jahrzehnten. Auch China Airlines hat die Krise stark gespürt und musste Verluste von etwa 20% gegenüber dem

Jahr 2008 hinnehmen. 2008 allerdings war eines der besten Jahre für China

Airlines gewesen.

 

Guido Hackl (Country Manager AIR FRANCE/KLM)

Das Jahr 2009 war für die Branche im allgemeinen und auch für Air France/KLM im speziellen ein schwieriges Jahr.
Die gute Nachricht ist, dass wir als AF/KL die Marktanteile 2009 in Österreich steigern konnten.
Die schlechte Nachricht ist, dass trotzdem die Ertragszahlen im Vergleich zu 2008 rückläufig waren.
 
Martin Gross (Area Manager Österreich EMIRATES) 
Das vergangene Jahr war für Emirates das erfolgreichste seit wir nach Wien fliegen. Während der Yield-Verfall doch ziemlich gravierend war, haben wir diesen durch eine sehr starke Steigerung bei den Passagierzahlen mehr als ausgeglichen. Unser seit November 2008 auf der Wien Strecke eingesetztes Fluggerät (Boeing 777-300 ER) hat uns dabei natürlich sehr geholfen.
 
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Gewinne werden von den Airlines heutzutage nur noch in der Business Klasse erwirtschaftet - hier im Bild die EMIRATES Boeing 777-300ER
 
Terry Ma (General Manager EVA AIR Österreich) 
EVA AIR war 2009 - wie viele Airlines weltweit - mit einem schwierigen Jahr konfrontiert, vor allem in der ersten Jahreshälfte und vor allem im Cargo-Bereich, wo die Wirtschaftskrise am deutlichsten zu spüren war. Die stark sinkende Nachfrage nach Business Class Plätzen führte auch dazu, dass EVA AIR ihre Pläne, ab Herbst 2009 die neue Boeing 777 auf der Strecke Wien – Bangkok – Taipeh einzusetzen, verschieben musste. 
Erfreulicherweise besserte sich die Situation aber mit Beginn des 4. Quartals 2009, und die Tendenz in Osterreich, aber auch in anderen europäischen Ländern, ist inzwischen steigend.
 

 

Approach:

Was erwartet sich ihr Unternehmen in diesem Jahr? Sind Zeichen

eines Aufschwunges zu erkennen?

 

Walter Negri (Sales Manager CHINA AIRLINES)

China Airlines spürt den Aufschwung 2010 bereits, sowohl die Vorausbuchungen bei den Einzelpassagieren als auch bei den Gruppenpassagieren hat sich gegenüber 2009 deutlich erhöht. Die Flugpreise konnten heuer daher um bis zu 15% angehoben werden. Zusätzlich denkt man über eine mögliche Kapazitätsausweitung nach.

 

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Guido Hackl (Country Manager Österreich AIR FRANCE/KLM)

Die Volumen sind seit einiger Zeit relativ konstant und werden das auch 2010 bleiben oder leicht ansteigen. Der Druck auf die Durchschnittserträge wird aber wahrscheinlich zumindest bis zur Jahresmitte anhalten.
Im zweiten Halbjahr 2010 erwarte ich mir eine leichte Erholung sowohl bei den Passagierzahlen als auch bei den Yields (Erträgen).
 
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Martin Gross (Area Manager Austria EMIRATES)
Im Dezember lag der Gesamtmarkt (alle in Österreich ausgestellten Tickets aller Airlines) zum ersten Mal wieder über dem Vorjahreswert. Wir sind also vorsichtig optimistisch. Emirates wird weiter wachsen. Amsterdam, Prag, Madrid und Tokio werden in den nächsten Monaten neu ins Streckennetz aufgenommen.
 
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Terry Ma (General Manager EVA AIR Österreich) 
Wir sehen dem Jahr 2010 auf jeden Fall optimistisch entgegen. Mit der langsamen aber stetigen Erholung des Marktes erwarten wir eine höhere Nachfrage und in weiterer Folge höhere Umsatze. Hoffnungen setzt EVA AIR zum Beispiel in die neue Route Taipeh-Toronto aber auch in die zwölf neuen Destinationen in China, die seit Herbst 2009 angeflogen werden.
 
Es scheint so, als ob es auch in diesem Jahr sehr schwer werden dürfte Gewinne einzufliegen. Volle Flugzeuge bedeuten heutzutage noch lange keine Gewinne! 
Auch wenn die Zeiten des Preisdumpings vorbei zu sein scheinen, wird das laufende Jahr wieder ein Kampf ums Überleben für manche Airlines werden.
Die Flughafenfreunde Wien wünschen allen Fluggesellschaften viel Erfolg und bedanken sich für ihre Stellungnahmen recht herzlich.
 
Martin Dichler