All Nippon Airways verbindet ab sofort täglich Wien mit Tokio-Haneda

Nach 17 Jahren landete am Sonntag die japanische All Nippon Airways wieder am Flughafen Wien Schwechat. Zum Einsatz kam der Boeing 787-9 Dreamliner in „Star Wars“ Lackierung. Die neue Flugverbindung wurde von Flughafen Wien-Vorstand Mag. Julian Jäger gemeinsam mit Kiyoshi Koinuma, Botschafter Japans in Österreich und Akira Nakamura, Senior Vice President EMEA von ANA im Zuge des Erstfluges eröffnet.

Tokio heißt übersetzt „Östliche Hauptstadt“ und ist mit seinen über neun Millionen Einwohnern auch die bevölkerungsreichste Metropole Japans, die Region rund um Tokio ist mit nahezu 40 Millionen Einwohnern sogar die bevölkerungsreichste der Welt. Für den Tourismusstandort Wien bedeutet diese neue Verbindung einen großen Zuwachs an Touristinnen und Touristen aus Japan, die in Wien eine der kulturell wichtigsten und interessantesten Hauptstädte Europas sehen. Japanische Besucherinnen und Besucher schätzen Österreich und ganz besonders Wien als führende Metropole für Kunst und Musik in Europa. Darüber hinaus ist auch die Nachfrage an Flügen von Japan nach Europa aufgrund der intensiveren Wirtschaftsbeziehungen zwischen Japan und der Europäischen Union gestiegen. Aus historischen Gründen ist Wien auch heute noch das geographische Tor nach Mittel- und Osteuropa. Die neue Flugverbindung wird die Beziehungen zwischen Japan und dieser sich dynamisch entwickelnden Region weiter vertiefen. Österreich und Japan stehen bereits seit 150 Jahren in diplomatischen Beziehungen, 1869 wurde erstmals ein Handels- und Freundschaftsvertrag zwischen den beiden Ländern unterzeichnet.

 „Diese neue Strecke ist ein weiterer Wachstumsimpuls für Reisen in den Fernen Osten, wo wir im letzten Jahr über 33% mehr Passagiere verzeichnen konnten. Die Region ist ein wichtiger Wachstumsmarkt, nicht nur für den Flughafen Wien, sondern auch für den gesamten Wirtschafts- und Tourismusstandort Österreich. Der Start der neuen Route nach Tokio ist daher eine wertvolle Ergänzung zum bestehenden Streckenangebot und ein wichtiger Schritt zur Stärkung der seit 150 Jahren bestehenden Tourismus- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen Japan und Österreich“, so Mag. Julian Jäger, Vorstand der Flughafen Wien AG.


  
Akira Nakamura, Senior Vice President EMEA von ANA meint: „Wir sind hoch erfreut, mit dem heutigen Tag eine direkte Flugverbindung zwischen Wien und Tokio aufzunehmen. Unsere Flüge aus Haneda und Wien werden jeweils am frühen Morgen landen – ideal für Geschäftsreisende und Urlauber, um den Tag möglichst ausgiebig nutzen zu können. Außerdem profitieren unsere Passagiere vom weitreichenden Netzwerk der ANA an Anschlussflügen vom Flughafen Haneda und können aus einer Vielzahl an wundervollen und regionalen Reisezielen in Japan wählen. Wir freuen uns darauf, ab sofort noch mehr Reisende von Österreich nach Japan auf unseren Flügen und mit unserem preisgekrönten Bordservice begrüßen zu dürfen.“

„Ich heiße All Nippon Airways herzlich in Wien willkommen! Es gibt wohl keinen besseren Zeitpunkt für den Erstflug als 150 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern. Japan zählt schon seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Fernmärkten Wiens, im Vorjahr verzeichneten wir an die 300.000 Nächtigungen. Der neue Direktflug der ANA ist ein Meilenstein in der Air-Service-Development-Strategie des WienTourismus und wird dazu beitragen, dass wir auch in den kommenden Jahren zahlreiche Gäste aus Japan begrüßen können“, so Tourismusdirektor Norbert Kettner. Im April lädt der WienTourismus zu einem Wien-Abend in die österreichische Botschaft in Tokio, um die Stadt zusammen mit Wiener Partnern vor Entscheidungsträgern zu positionieren.

Über ANA
Nicht zuletzt aufgrund der hohen Servicequalität, welche dem Motto „Inspiration of Japan“ folgt, wurde ANA seit 2013 jährlich mit dem Top-Ranking von 5 Sternen von SKYTRAX prämiert. ANA ist die einzige japanische Fluglinie, der diese angesehene Auszeichnung sechs Jahre in Folge zuerkannt wurde. Darüber hinaus wurde ANA von Air Transport World in den letzten zehn Jahren drei Mal – 2007, 2013 und 2018 – als „Airline des Jahres“ geehrt. Damit ist ANA eine von nur wenigen Fluggesellschaften, die diese begehrte Auszeichnung sogar mehrfach erhalten haben. ANA wurde im Jahre 1952 mit einer Flotte von nur zwei Hubschraubern gegründet und ist seitdem mit 80 internationalen Flugverbindungen und 118 Binnenflügen zur größten Fluggesellschaft Japans und einer der bedeutendsten Airlines in Asien herangewachsen.
 
Das außergewöhnliche Konzept des doppelten Drehkreuzes erlaubt es Passagieren von ANA, über die zwei Flughäfen – NARITA und HANEDA – der Metropolregion Tokio zu vielen Zielen innerhalb Japans sowie oft noch am selben Tag zu verschiedenen nordamerikanischen, asiatischen und chinesischen Städten weiterzureisen. Seit 1999 ist ANA Mitglied der Star Alliance und betreibt Joint Venture Partnerschaften mit United Airlines, Lufthansa German Airlines, Swiss International Airlines und Austrian Airlines. Neben dem prämierten Full-Service-Carrier ANA sind zusätzlich zwei Low-Cost-Carrier – Vanilla Air Inc. und Peach Aviation Limited – als konsolidierte Tochtergesellschaften Teil der ANA Group. Im Jahr 2017 beschäftigte die ANA Group etwa 39.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und beförderte mit einer Flotte von 260 Flugzeugen insgesamt 53,8 Millionen Fluggäste. Als erste Fluggesellschaft weltweit ist ANA stolzer Erstkunde und größter Betreiber des Boeing 787 Dreamliner.

Mehr Informationen unter: https://www.ana.co.jp/group/en/.

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Unglaubliches Passagierwachstum von 24,4% im Jänner!

Am Flughafen Wien stieg das Passagieraufkommen im Jänner 2019 um 24,4% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 1.830.923 Reisende an. Die Anzahl der Lokalpassagiere nahm mit einem Plus von 30,6% stark zu, die Anzahl der Transferpassagiere stieg um 6,2%. Die Flugbewegungen nahmen im Jänner 2019 mit plus 15,3% ebenfalls deutlich zu. Beim Frachtkommen verzeichnete der Flughafen Wien einen leichten Rückgang um 2,8% im Vergleich zum Jänner des Vorjahres.

Das Passagieraufkommen am Flughafen Wien nach Westeuropa stieg im Jänner 2019 um 24,0% an, nach Osteuropa nahm das Passagieraufkommen um 26,0% zu. In den Fernen Osten nahm das Passagieraufkommen im Jänner 2019 um 16,2% zu, jenes in den Nahen und Mittleren Osten stieg um 19,3%. Nach Nordamerika entwickelte sich das Passagieraufkommen mit einem Plus von 33,5% ebenfalls positiv und nach Afrika legte die Zahl der Passagiere um 43,4% zu.

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Auf der Jagd nach neuen Rekorden!

Die Flughafen Wien AG kann im Jahr 2018 mit mehr als 27 Millionen abgefertigten Passagieren auf das beste Ergebnis seiner Geschichte zurückblicken. Auch seine Airport Auslandbeteiligungen in Kosice (539.552/+9,1%) und Malta (6.808.177/+13,2%) stehen mit ihren hervorragenden Ergebnissen der Muttergesellschaft um nichts nach.

Mit 27.037.292 abgefertigten Passagieren im Jahr 2018 stieg die Zahl der Fluggäste um unglaubliche 10,8 Prozent am Wiener Flughafen an. Positiv wirkten sich vor allem die Langstreckenverbindungen, sowie neue Flugverbindungen und Frequenzerweiterungen der Airlines aus. Ein Plus verzeichneten sowohl das Passagieraufkommen im Transferverkehr (+3,7%) als auch die Anzahl der Lokalpassagiere (+13,6%). Ebenso legte die Anzahl der Starts und Landungen mit plus 7,3% zu und die Sitzplatzauslastung (Sitzladefaktor) nahm um 1,3%p. auf 76% zu. Das Frachtaufkommen entwickelte sich im Jahresverlauf positiv und verzeichnete im Jahr 2018 ein Plus von 2,6% auf 295.427 Tonnen.

Der größte Motor für diese positive Entwicklung, die zu Beginn des Jahres noch gar nicht absehbar war, sind die Low Cost Fluggesellschaften, die ihr Wachstum um +58,5% auf 6,4 Millionen Passagiere anheben konnten. In Summe hat sich der Anteil der Low Cost Fluglinien am Gesamtaufkommen des Flughafens Wien auf 23,7% erhöht. Im Europa Vergleich ein noch immer niedriger Wert, der durch einen umfangreichen Sommerflugplan einen weiteren Auftrieb erhalten wird. Sowohl die Fluglinien Wizzair, Eurowings, Laudamotion und LEVEL, haben eine Erhöhung ihres Angebotes mit Inkrafttreten des Sommerflugplan 2019 bereits angekündigt!

Es steht also ein heißer Low Cost Sommer am Wiener Flughafen bevor. Laudamotion hat die Aufstockung der Flotte im Sommer 2019 von 19 auf 25 Flugzeuge angekündigt. Für weitere Flugzeuge wurden bereits eine Reihe an LOI-Verträgen mit Leasinggebern unterzeichnet, sodass dass sich die Flotte im Jahr 2020 auf 30 Airbus A320 erhöht. In Wien wird die Flotte von derzeit vier auf acht Airbus A320 Einheiten erhöht.

Die britische IAG Billigflugtochter LEVEL bietet in der kommenden Sommersaison mehr als 850.000 Sitzplätze an – ein Plus von rund 96% gegenüber der Vorjahressaison.  Mit Flügen nach Hamburg und Kopenhagen wird das Programm um Strecken in den Norden Europas erweitert. Insgesamt 17 Strecken werden ab Ende März in Betrieb gehen.

WizzAir hat bis zum Sommerflugplan fünf Maschinen in Wien stationiert und wird das bereits angekündigte Streckennetz aus 32 Destinationen in 22 Ländern bedienen.

Wizz Air CEO Joszef Varadi kündigt schon jetzt einen Preiskampf für den Sommer 2019 an:               „Aus der Passagierperspektive sollten Sie derzeit so viel Fliegen wie möglich! Die Ticketpreise sind niedrig wie noch nie, der Sommer wird also großartig für den Kunden. Schlussendlich wird sich das Business aber wieder konsolidieren, einige werden den Markt verlassen, andere ihr Streckennetz anpassen. Wir sind vorbereitet, werden unsere Pläne in Wien weiter verfolgen und das Geschäft in Zukunft ausbauen“.

Natürlich ist der Homecarrier Austrian Airlines mit 12,85 Millionen abgefertigten Passagieren (+8,5%) auch weiterhin der Wachstumstreiber am Flughafen Wien. Erst kürzlich wurde von Alexis von Hoensbroech die neue Driveto25 Strategie vorgestellt, die den Fokus des Geschäftes auf den Flughafen Wien konzentriert. Auch im Jahr 2018 steuerte die Fluglinie nach einem starken Passagierwachstum von über einer Million Kunden oder 8,5 Prozent wieder in die Gewinnzone. Die starke Nachfrage von Passagieren und der zunehmende Wettbewerb in Wien veranlasste die rot-weiß-rote Fluglinie nun zu einer strategischen Weichenstellung: Die Airbus-Flotte soll bereits in den nächsten drei Jahren von 36 auf 46 Flugzeuge wachsen. Gleichzeitig wird Austrian Airlines ihre 18 Turboprop-Flugzeuge mit 76 Sitzen ausflotten: In Summe wird das Angebot in Wien dadurch um über zehn Prozent ausgebaut werden, da die Jets der A320-Familie wesentlich größer als die Turboprops sind. „Wir werden über 200 Mio. Euro in den Ausbau der Kontinental-Flotte investieren und unsere Position in Wien damit deutlich stärken können“, kündigte der neue CEO Alexis von Hoensbroech an, „das ist gleichzeitig auch als Kampfansage im schärfer werdenden Wettbewerb in Wien zu verstehen und wir sind bereit, noch weitere Schritte zu gehen, um unser Drehkreuz zu verteidigen.“

Ein starkes Wachstum konnte die Flughafen Wien AG auch auf der Langstrecke mit einem Plus von 24 Prozent verzeichnen. Mehr als 2 Millionen Passagiere nutzten das zuletzt stark gestiegene Angebot ab dem Flughafen Wien. Neben der Austrian Airlines Verbindung nach Kapstadt, hat die Neuaufnahme von Flügen nach Shenzen durch Hainan Airlines und natürlich die Aufstockung der EVA AIR Verbindungen zwischen Taipeh und Wien auf sieben wöchentliche Flüge, für ein starkes Plus gesorgt. Inzwischen erfreut sich der Flughafen Wien bei den taiwanesischen Gästen mit seinen zahlreichen Nonstop Verbindungen als der wichtigste Gateway für Flüge nach Europa. Im Jahr 2018 konnten rund 180.000 Gäste (+20%) aus Taiwan in Österreich begrüßt werden, davon reisten 131.829 Passagiere über den Wiener Flughafen ins Land.

Passagierströme:

Die Anzahl der abfliegenden Passagiere nach Westeuropa verzeichnete 2018 einen deutlichen Zuwachs um 10,3%. Das Passagieraufkommen nach Osteuropa nahm im Jahr 2018 um 8,3% zu. Besonders gut entwickelte sich das Passagieraufkommen in den Fernen Osten und legte um 33,5%, jenes in den Nahen und Mittleren Osten um plus 8,3% zu. Ebenso stieg die Anzahl der Reisenden nach Nordamerika mit plus 8,9%. Afrika verzeichnete einen Passagierzuwachs von 29,8% im vergangenen Jahr.

Das höchste Passagieraufkommen verzeichnete die Destination London mit 682.545 abgeflogenen Passagieren, gefolgt von Frankfurt mit 601.045 abgeflogenen Passagieren und Berlin mit 530.712 abgeflogenen Passagieren. In der Region Osteuropa war Moskau mit 290.602 abgeflogenen Passagieren die Destination mit dem höchsten Passagieraufkommen vor Bukarest mit 228.746 abgeflogenen und Sofia mit 155.655 abgeflogenen Fluggästen. In der Region Naher und Mittlerer Osten lag Dubai mit 227.034 abgeflogenen Passagieren vor Tel Aviv mit 206.581 und Doha mit 101.262 abgeflogenen Reisenden. Die meisten abfliegenden Passagiere auf der Langstrecke verbuchte Bangkok mit 177.205 Fluggästen, gefolgt von Taipei mit 131.829 und Peking mit 67.760 Fluggästen.

Auch der Cargo-Bereich am Flughafen Wien entwickelte sich 2018 positiv, das Frachtvolumen (inkl. Trucking) stieg um 2,6% auf insgesamt 295.427 Tonnen. Die reine Luftfracht verzeichnete dabei mit 215.921 Tonnen eine deutliche Zunahme um 4,4%, das Trucking reduzierte sich hingegen um 1,9% auf 79.506 Tonnen.

Nach dem erfolgreichen Jahr 2018 ist die Stimmung im Vorstandsduo Jäger/Ofner mehr als optimistisch. Mit einem prognostizierten Wachstum von +10% könnte nach derzeitiger Sicht die  30. Millionen Passagiergrenze am Flughafen Wien, im kommenden Jahr gesprengt werden.

Martin Dichler

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Airport Kosice, die kleine VIE-Tochter

Wenn die Flughafen Wien AG ihre aktuellen Verkehrszahlen veröffentlicht, wird die meiste Aufmerksamkeit der Muttergesellschaft in Wien und der Flughafentochter in Malta gewidmet. Doch im nur knapp 500km entfernten Kosice hat sich eine weitere VIE- Tochter ein profitables Geschäftsfeld aufgebaut. Martin Dichler sprach mit Kosice Airport Geschäftsführer Michael Tmej über die aktuellen Entwicklungen am kleinen slowakischen Regionalairport.

Herr Tmej, die Flughafen Wien AG hat sich im Jahr 2006 gemeinsam mit Raiffeisen International in einem Bieterverfahren um den Flughafen Kosice beworben und ist mit 66% seitdem Mehrheitseigentümer. Waren die € 24 Mio. ein gutes Investment?

Definitiv ja, weil der Standort Flughafen Kosice hat sich sehr gut entwickelt. Dass wir hier beteiligt sind, ist ja letztlich auch auf den damaligen Verkaufsprozess rund um den Flughafen Bratislava zurückzuführen. Daher sind wir durchaus stolz auf den Erfolg dieser Beteiligung.

Wirft der Flughafen Kosice Gewinne ab und wie hoch war dieser im vergangenen Jahr?

Der Flughafen Kosice erwirtschaftete in den letzten Jahren immer Gewinne. Das EBITA im Jahr 2017 belief sich auf 3,1 Millionen mit einem Nettogewinn von € 1.931 Millionen. Das ist für einen kleinen Flughafen wie Kosice, der unter 500.000 Passagiere pro Jahr abfertigt, beachtlich. Man muss wissen, ca. 2/3 der kleineren Flughäfen mit einer Größe von unter 1.Millionen Passagiere pro Jahr erwirtschaften keine Gewinne!

Kosice als zweitgrößte Stadt der Slowakei ist ganz im Osten des Landes gelegen. Welches Potential hat die Region, die nur unweit der ungarisch/ukrainisch/polnischen Grenze liegt?

Die Region Kosice ist nicht nur geografisch, sondern auch gedanklich weit weg von der Hauptstadt Bratislava und entwickelt sich im EU Vergleich überdurchschnittlich gut. Vor vielen Jahren hat man in die landwirtschaftlich geprägte Region ein Stahlwerk gebaut, dass heute von US Steel betrieben wird. Gleichzeitig entstanden auch viele neue Arbeitsplätzen in der Zulieferungsindustrie. Dazu kommt, dass in den letzten Jahren in Kosice ein IT-Cluster entstand, in dem mittlerweile 12.000 hochwertige Arbeitsplätze geschaffen wurden. Deutsche Firmen lassen ihre Kundenprogramme in Kosice entwickeln, diese Mitarbeiter verdienen sehr gut und Reisen auch gerne.

Gibt es durch die Nähe zu den östlichen Nachbarn auch grenzüberschreitenden Verkehr oder hemmt die Slowakei als EU Außengrenze zur Ukraine, dass mögliche Potential des Flughafens in der Region?

Natürlich hemmte dieser Umstand in der Vergangenheit das Potential der Region. Aber zum Glück benötigen die Ukrainer seit Jahresbeginn kein Visa mehr für die Einreise in die EU und können somit das Angebot ab Kosice vermehrt nutzen.

Welches Know How konnte der Flughafen Wien als Mehrheitseigentümer in Kosice einbringen?

Der CEO und CFO wird vom Flughafen Wien entsandt. Mit der Kraft der Flughafen Wien AG können wir hier vor Ort in allen Bereichen unsere Expertisen und unser Know how einbringen. Wenn es z.B um einen mittelfristigen Entwicklungsplan geht, können wir zukunftsorientiert mit den Spezialisten aus Wien arbeiten. Wir haben auch ein Flughafenfeuerwehrkonzept mit den Kollegen aus Wien erstellt. Gerne übernehmen wir aber auch kostengünstige gebrauchte Abfertigungsgeräte. So wurden bereits zwei Feuerwehrfahrzeuge, ein Ambulanzfahrzeug, ein Flugzeugschlepper sowie ein Cateringfahrzeug von Wien nach Kosice geliefert.

Bei der Übernahme im Jahr 2006 hat man sich dazu verpflichtet, weitere € 11 Mio. in den Flughafen Kosice zu investieren. Welche Maßnahmen wurden gesetzt?

Neben der bereits erwähnten Anschaffung von Geräten haben wir in den Ausbau der Vorfeld/Abstellflächen investiert sowie die Infrastruktur (Thema: Ausfallssicherung) auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Gerade technisch waren viele ältere osteuropäische Einrichtungen nicht auf dem Niveau, wie wir es kannten.

Der Flughafen erlebte zwischen 2006 und 2009 seine Hochblüte als die slowakische Low Cost Airline SKYEUROPE Airlines, ein umfangreiches Streckennetz ab Kosice anbot. Im Jahr 2008 wurde die Rekordmarke von 590.919 abgefertigten Passagieren erreicht, 2010 folgte durch die SKYEUROPE Pleite ein massiver Rückgang um mehr als 50 Prozent. Der neuerliche Aufstieg des Flughafens begann erst wieder im Jahr 2013 mit einer weiteren Low Cost Airline?

Mit dem Einstieg der ungarischen Wizz Air! Man muss bei den genannten Zahlen aber auch Rückblickend folgendes festhalten. Skyeurope Airlines hatte einen unwirtschaftlichen Domestic-Passagierverkehr zwischen Bratislava und Kosice aufgebaut, bei dem jährlich an die 200.000 Tickets sehr günstig und unwirtschaftlich auf den Markt gebracht wurden. Zuletzt beförderten wir auf der gleichen Strecke nur noch 12.000 Passagiere. Die Rekordmarke von damals wird man irgendwann wieder erreichen, aber mit einer ganz anderen Verkehrsstruktur.

Im Jahr 2015 hat Wizz Air dann ihre 20. Basis mit der Stationierung eines A320 in Kosice gefeiert. Warum hat man heuer die Basis in Kosice wieder aufgegeben und das Angebot von vier auf nur noch eine Destination (London-Luton) eingeschränkt?

Wie wir wissen können Low Coster auf Flughäfen extrem viel Verkehr generieren, Wien ist hier ein aktuelles Beispiel. Bei kleineren Flughäfen ist diese Entwicklung noch viel stärker zu sehen, aber das Beispiel Kosice zeigt auch, geht ein Low Coster dann weg, gibt es natürlich einen extremen Passagierrückgang zu verzeichnen, den man nicht so schnell wieder auffangen kann.

Für uns war der Wegfall der Basis sehr überraschend und unangenehm. Die Verbindung nach Doncester war sehr gut ausgelastet und im Februar haben wir mit Wizz Air unsere Sommerplanungen überarbeitet, wo eine Aufstockung der Doncester Flüge auf drei wöchentliche Rotationen vorgesehen war. Am folgenden Vormittag wurden wir informiert, dass die Airline ihre Basen mit nur einem Flugzeug schließen wird. Wizz Air ist aber für uns weiterhin ein wichtiger Partner, wir wollen im Gespräch bleiben und zeigen das Kosice eine interessante und profitable Destination für die Fluglinie ist.

Der Flughafen Kosice gewann heuer im Frühjahr den EUROWINGS „Vote &Fly“ Wettbewerb. Innerhalb von nur einer Stunde stimmten mehr als 20.000 Menschen für die Aufnahme von Eurowings Flügen nach Kosice. Wie haben sich die EUROWINGS Verbindungen bislang entwickelt?

Sehr gut! Zuerst war eigentlich nur von einer Verbindung nach Düsseldorf die Rede, die mit Ende Oktober viermal wöchentlich bedient wird. Plötzlich wurde uns aber von Eurowings auch eine Verbindung nach München angeboten. Wir sind also mehr als zufrieden mit dem neuen Angebot und der Auslastung der Flugzeuge auf den neuen Strecken.

Vor kurzem wurde angekündigt, dass Ryanair ab dem 2.April 2019 dreimal wöchentlich nach London-Southend fliegt. Gibt es Hoffnung, dass sich der irische Low Coster schon bald als Wizz Air Ersatz noch stärker in Kosice engagieren könnte?

Die Hoffnung gibt es! Wir sind nach der Wizz Air Absage mit zahlreichen Low Cost Airlines in Kontakt getreten um den Markt nach Nordengland (Doncaster), wo eine starke slowakische Community ein neues Zuhause gefunden hat, durch einen anderen Carrier zu ersetzen. Zwar wurde diesem Wunsch von Ryanair in einen ersten Schritt noch nicht nachgekommen, eine Verbindung nach London hatte hier bei Priorität, aber wir werden sehen wie sich das Engagement weiter entwickelt.

Neben den Low Cost Airlines wird Kosice aber auch von den Star Alliance Partnern AUSTRIAN, LOT und TURKISH regelmäßig angeflogen. Ist ein guter Mix zwischen Low Coster und Netzwerkcarriern der Schlüssel zum Erfolg?

Eindeutig, wir sind wesentlich kraftvoller und stärker am Markt aufgestellt, wenn man einen guten Airline Mix hat. Je mehr wir streuen, umso besser für den Flughafen. Turkish Airlines war für den weltweiten Markt sehr wichtig für uns. LOT hat sein Angebot im Sommer nach Kosice ausgebaut und Austrian stockt im Winterflugplan um eine Rotation auf und setzt vermehrt größeres Fluggerät nach Wien ein.

Die Slowaken sind ein sehr reisefreudiges Volk, welche Bedeutung hat der Charterverkehr am Flughafen Kosice?

Eine sehr große Bedeutung, wir hatten eine sensationelle Saison mit 160.000 Chartergästen im heurigen Jahr. Diese Zahlen werden wohl kaum in der Zukunft toppen können.

Der übersichtliche Flughafen bietet mit seinem im Jahr 2004 eröffneten Terminal nur wenig Shopping & Gastronomie Flächen. Gibt es Ideen, dass Retail Angebot zukünftig weiter auszubauen?

Ideen gibt es genug, es mangelt uns eher am Platz dafür. Es ist aber bereits einiges im Terminal passiert, mit einem zukünftigen Terminal Zubau, werden wir aber mehr Shopping& Büro Flächen anbieten können.

Wo sehen Sie den Flughafen Kosice in fünf Jahren?

Wir haben einen strategischen Entwicklungsplan für die Zukunft. In allen Bereichen wo es zukünftig mehr Wachstum geben kann, haben wir die richtigen Antworten, setzen diese Investitionen aber den Anforderungen gemäß, möglichst zeitnah und nicht zu früh um. So wird es zum Beispiel schon bald notwendig sein die Gates und Abstellflächen zu erweitern. Es wird aber auch beim Thema der Parkierung Änderungen geben. Insgesamt wollen wir Kosice zu den attraktivsten Flughafen der Region entwickeln, wir wollen besser sein als unsere Mitbewerber, mehr Passagiere akquirieren und mit unserer Servicequalität punkten.

Martin Dichler

Fotos: Kosice Airport & Martin Dichler

 

Jobmesse für Jugendliche: „Airport Night VIE“

Austrian Airlines und der Flughafen Wien öffnen im Rahmen der Jobmesse ihre Pforten und bieten interessierten Jugendlichen die Möglichkeit einen Blick in die Lehrwerkstätten in der Austrian Technik und des Flughafen Wien zu werfen. Voraussetzung dafür ist eine Voranmeldung unter www.viennaairport.com/airport-night.

Neben der Flughafen Wien AG und Austrian Airlines präsentieren die Flughafen-Tochterfirma VIAS, die Logistikunternehmen Kühne & Nagel und Cargo Partner, der auf Flughäfen spezialisierte Handelsbetrieb Heinemann, die Gastronomieunternehmen Figlmüller und SSP und die österreichische Flugsicherung Austro Control ihre Ausbildungsmöglichkeiten. So können Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 25 Jahren alles über eine Ausbildung in einem der Unternehmen am Standort Flughafen Wien erfahren. Die Bandbreite reicht dabei vom IT-Lehrling bei der Flughafen Wien AG über den Exportsachbearbeiter bei einer Spedition bis hin zum Luftfahrzeugtechniker bei Austrian Airlines. Für Unterhaltung sorgen ein Live-DJ und eine Fotobox im Foyer des Moxy Hotels.

Flughafen Wien bietet innovative Ausbildung und attraktiven Arbeitsplatz

Der Flughafen Wien legt besonders viel Wert auf eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Damit können jungen Menschen eine innovative und universelle Lehrlingsausbildung starten. So können am Flughafen Wien zahlreiche Lehrberufe wie Elektrotechnik (jeweils mit Schwerpunkt Anlagen- oder Betriebstechnik), KFZ-Technik, Metalltechnik sowie Installations- und Gebäude-Lüftungstechnik erlernt werden. Seit Herbst 2017 bietet der Flughafen Wien Interessierten schon frühzeitig die Chance auf eine fundierte IT-Ausbildung: Der Airport bildet Lehrlinge im IT-Bereich aus, die dadurch schon in jungen Jahren Einblick in die IT-Welt eines Flughafens bekommen. Neben der spezifischen Kenntnisse, die für eine Tätigkeit am Flughafen notwendig sind, wird auf eine universelle Ausbildung Wert gelegt. So finden über die gesamte Lehrzeit Englischkurse, persönlichkeitsbildende Seminare und Workshops statt. Ein besonderes Highlight der Lehrlingsausbildung sind Sprachwochen in Malta und ein Austauschprogramm mit europäischen Flughäfen.

Karriere bei Austrian Airlines

Bei Austrian Airlines werden ebenfalls Jahr für Jahr Lehrlinge in den verschiedensten Unternehmensbereichen ausgebildet. Für den Beruf „Luftfahrzeugtechniker“ sucht Austrian in diesem Jahr 16 Lehrlinge, die schon bald in der technischen Lehrwerkstätte der Airline im Einsatz sind. Zusätzlich gibt es auch drei freie Lehrstellen für die Ausbildung zum Bürokaufmann/frau. Für die hohe Qualität der Lehrlingsausbildung hat Austrian Airlines schon zahlreiche Auszeichnungen erhalten.

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Vereinsabend: AUSTRIAN update

Bereits zum dritten Mal durften sich die Mitglieder unseres Vereines über einen Gastvortrag von Peter Thier, Pressesprecher unseres Homecarrier AUSTRIAN AIRLINES freuen!

Fünfzig Mitglieder folgten den Aufruf am 11.Jänner für einen Besuch im Brauhaus Schwechat und verfolgten einen interessanten Vortrag des Unternehmenssprechers. Nachdem viele Fragen zu erwarten waren, wurde der Vortrag sehr kurz gehalten. Umso mehr Zeit wurde jedoch für die Beantwortung unserer Mitgliederfragen im Anschluss an den Vortrag eingeplant. So ging es um die Themen der zukünftigen AUA Flottenpolitik genauso wie um die Ausrichtung des Unternehmens in der Zukunft.

Allzu viel konnte Peter Thier jedoch auch nicht verraten, da am 17.Jänner die Zukunftsstrategie des Unternehmenes in einem Pressegespräch erläutert wird. Eine besondere Freude war es den Mitgliedern jedoch, dass als unerwartete Überraschung des Abends, die Verlosung einer ganzen Kollektion an mitgebrachten Flugzeugmodellen, Büchern und AUA Kaffeetassen durchgeführt wurde.

Der Verein der Flughafenfreunde Wien bedankt sich bei Peter Thier für seinen Besuch und wünscht weiterhin viel Erfolg!

Martin Dichler

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Turkish Airlines: A330 wieder im Anflug!

Das vergangen Jahr lief für Turkish Airlines in Österreich besonders erfolgreich. (Wir berichteten!) Am 3.Dezember wurde der 500.000ste Passagier am Flughafen Schwechat gefeiert. Dieser positive Trend hat unmittelbare Auswirkungen auf die Wahl des verwendeten Fluggerätes. Ab dem 1.Jänner wird der Abendflug (TK 1887/1888) von und nach Wien täglich mit einem Großraumflugzeug geflogen. Der verwendete A330 hat eine Kapazität von bis zu 291 Passagieren.

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Neu für FFW-Mitglieder: Einkaufen im CREW SHOP

Bislang war das Einkaufen im Gebr. Heinemann Crew Shop nur Airline- und Flughafenmitarbeitern vorbehalten. Ab sofort stehen unseren Vereinsmitgliedern die Einkaufsvorteile dort nun auch zur Verfügung. Künftig können Mitglieder der Flughafenfreunde Wien im Crew Shop in der 1.Etage des Office Park 1 ebenfalls Artikel aus dem Duty Free Sortiment bis 10% günstiger erwerben.
Zusätzlich gibt es immer wieder Rabattaktionen auf bestimmte Produktgruppen, wie zB im
Dezember -20% auf Schaumweine, Weine und Champagner. Die Firma Gebr. Heinemann sponsert unserem Verein im Übrigen auch zwei tolle Preise für unsere Tombola am Sammlertag 2019!
Der Mitgliedsausweis ist bitte bei jedem Einkauf mitzunehmen und bei Nachfrage vorzuweisen. In diesem Sinne: happy Shopping!

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November 2018: + 21,5% mehr Passagiere am VIE

Am Standort Flughafen Wien stieg das Passagieraufkommen im November 2018 um 24,2% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 2.192.658 Reisende an. Die Anzahl der Lokalpassagiere nahm mit einem Plus von 29,9% stark zu, die Anzahl der Transferpassagiere stieg um 7,2%. Die Flugbewegungen nahmen im November 2018 mit plus 15,7% ebenfalls deutlich zu. Beim Frachtkommen verzeichnete der Flughafen Wien einen Anstieg um 2,1% im Vergleich zum November des Vorjahres.

Das Passagieraufkommen am Flughafen Wien nach Westeuropa stieg im November 2018 um 22,1% an, nach Osteuropa nahm das Passagieraufkommen um 28,2% zu. In den Fernen Osten nahm das Passagieraufkommen im November 2018 um 26,0% zu, jenes in den Nahen und Mittleren Osten stieg um 21,5%. Nach Nordamerika entwickelte sich das Passagieraufkommen mit einem Plus von 32,7% ebenfalls positiv und nach Afrika legte die Zahl der Passagiere um 24,4% zu.

Ein starkes Passagierplus gab es im November 2018 für den Flughafen Malta mit einem Zuwachs um 11,8%. In Kosice ging das Passagieraufkommen um 3,5% zurück.

Vienna Pharma Handling Center eröffnet 

Gerade in der Pharmabranche ist die exakte Einhaltung von bestimmten Temperaturen sowie die rasche Zurverfügungstellung von Medikamenten das Um und Auf. Dementsprechend hoch und restriktiv sind die Anforderungen an eine adäquate Abfertigung. Mit der Eröffnung des Vienna Pharma Handling Centers spezialisiert sich der Flughafen Wien auf eine Nische mit vielversprechenden Wachstumsperspektiven, ist der Bedarf der Pharmaindustrie in Österreich und in den östlichen Nachbarländern in den vergangenen Jahren doch stark gestiegen. Einschätzungen des Airports zufolge wird sich das Volumen pharmazeutischer Luftfracht von 2018 auf 2019 zumindest verdoppeln und zwischen 7,7 bzw. 16,7 Tausend Tonnen liegen. Allein die durch die heimische Pharmawirtschaft mit etwa 18.000 Beschäftigten ausgelöste Wertschöpfung beträgt rund 9,6 Milliarden Euro – das entspricht rund 2,8 Prozent des BIP (Statistik Austria, 2016).

„Seit der Ostöffnung 1989 hat sich das Frachtaufkommen am Flughafen Wien verfünffacht und der Transport von medizinischen Produkten ist ein Wachstumsmarkt. Mit dem neuen Pharma Handling Center bieten wir dafür als einziger Airport in Mitteleuropa eine komplette End-to-End-Lösung – mit einer durchgängigen Kühlkette, schnellen Abfertigungsprozessen und kurzen Umschlagszeiten zwischen Luftfahrt, Straße und Schiene. Über den Pharmahub Wien können künftig 23 Länder innerhalb von eineinhalb Tagen, 15 Länder sogar innerhalb von 24 Stunden Fahrzeit mit Medikamenten versorgt werden“, so Mag. Julian Jäger, Vorstand der Flughafen Wien AG bei der Eröffnung des Vienna Pharma Handling Centers heute, Dienstag 11.12.2018.

Erstklassige Lagerung von Arzneiwaren auf rund 1.650 m2

Das neue Vienna Pharma Handling Center ist Teil des Air Cargo Centers und, sowohl von der Straße, als auch vom Vorfeld zugänglich. In der Halle befinden sich zwei voneinander getrennte Temperaturbereiche, ein 1.500 m2 großer Raum für die Abfertigung von Arzneiwaren bei 15 bis 25 Grad Celsius und weitere 153 m2 für die Kühlung auf 2 bis 8 Grad Celsius. Im VPHC werden ausschließlich pharmazeutische Produkte abgefertigt. Für die Errichtung der Halle hat der Flughafen Wien rund 1,8 Millionen Euro investiert. Weitere Informationen zum Vienna Pharma Handling Center gibt es unter www.viennaairport.com/pharmahandling.

Frachtaufkommen am Flughafen Wien seit Ostöffnung verfünffacht

Generell entwickelt sich der Cargobereich am Wiener Airport gut. Das Frachtaufkommen nimmt seit Jahrzehnten stetig zu und hat sich seit der Ostöffnung ungefähr verfünffacht. Zuletzt lag es im Jahr 2017 bei 287.962 Tonnen inklusive Trucking. Auch heuer wird ein weiterer Zuwachs erwartet. Bis Ende Oktober dieses Jahres stieg das Cargoaufkommen bereits um 3,3 Prozent. Die meiste Luftfracht über den Flughafen Wien betrifft Destinationen im Nahen und Fernen Osten wie Dubai, Doha, Seoul, Shanghai oder Bangkok. Innerhalb Europas spielen Köln, Frankfurt und Istanbul eine bedeutende Rolle für den Wiener Airport.

 

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Ein Vorstandsgespräch….

Jetzt sitzen wir also im VIE Vorstandsbüro von Mag. Julian Jäger im 10.Stock des Office Park 1 und genießen bei einem gemeinsamen Kaffee den Ausblick auf das Flughafenareal. Wir, das sind mein Vize Gernot Kastner und ich in meiner (noch) Funktion als Obmann der Flughafenfreunde Wien. Wir haben einen persönlichen Termin mit dem Flughafenvorstand vereinbart, um die Zukunft des Vereines zu besprechen und dabei gleich im Rahmen eines Interviews, über die diesjährigen Erfolge am Flughafen Wien zu sprechen.

Zu Beginn des Jahres hatten Sie noch die Sorge, dass durch den Konkurs von AB/Flyniki ein schwieriges Jahr bevorstehen könnte. Hätten Sie sich jemals eine Entwicklung wie in den ersten 3 Quartalen erträumt?

Mit diesem Ausmaß hatten wir nicht gerechnet, wir hatten die Prognosen für die Entwicklung ursprünglich wesentlich konservativer eingeschätzt. Vor zwei, drei Jahren hat die Air Berlin Gruppe noch 20% Marktanteil in Wien gehabt, inzwischen ist der Wegfall mehr als kompensiert worden, insofern wurde eine Entwicklung eingeschlagen, mit der so nicht zu rechnen war. Die Märkte wie z.B nach Asien entwickeln sich zudem mit einem Zuwachs von über 30% derzeit extrem gut und in Westeuropa sind wir mit den neuen Low Cost Verkehr ebenfalls sehr gut unterwegs. In Summe ist auch der Ausblick auf die Entwicklung für den Rest des Jahres sehr positiv!

Der Flughafen Wien hatte zuletzt einen Low Cost Anteil von 16%, wie hat sich die Situation im Laufe des Jahres durch LEVEL, WIZZAIR & Co. geändert?

In den ersten 3 Quartalen des heurigen Jahres, hatten wir im Vergleich zum Vorjahr, eine Steigerung auf 22% am Gesamtaufkommen zu verzeichnen.

Dieser Wert ist im Europavergleich aber eigentlich immer noch sehr niedrig?

Mir ist insgesamt ganz wichtig folgendes festzuhalten! In den letzten Wochen wurde immer von einer Low Cost Explosion am Flughafen Wien gesprochen. Ich glaube aber, dass wir im Vergleich zum Rest Europas (30 – 40%) einen Nachholbedarf hatten und keine Trendsetter bei dem Thema sind. Die Dynamik die sich dabei entwickelt hat, entstand durch die Air Berlin/Flyniki Pleite. Die Low Cost Airlines haben auf die gebotene Chance reagiert und eine Chance gesehen, sich möglichst schnell in Wien zu etablieren.

Mit HAINAN Airlines (Shenzhen), ANA (Tokio) und AIR CANADA (Toronto) steuern drei neue Fluglinien den Flughafen Wien an. Sehen Sie noch ein ungenutztes Potential im Markt, auf der man eine neue Langstreckenverbindung aufbauen könnte?

An und für sich ist mit den neuen Airlines schon viel erreicht worden. Wir bleiben aber dran und hoffen, dass in den nächsten beiden Jahren noch die eine oder andere Fluggesellschaft dazu kommt. Vor Jahren haben wir unsere Priorität mit der Langstrecke, den Hub der AUA und den Low Cost Verkehr festgelegt. Die Langstrecke hat sich inzwischen super entwickelt, wir sind sehr oft vor Ort unterwegs und führen mit allen relevanten Airlines regelmäßig Gespräche. In China gibt es sicherlich noch einiges an Potential für den Flughafen Wien, denken Sie nur an die zahlreichen bei uns relativ unbekannten Millionenmetropolen. Es gibt also in Asien noch die eine oder andere interessante Destination für uns.

Mit der LEVEL (IAG Group) ist eine weitere Low Cost Marke nach Wien gekommen, die bislang nur für ihre Langstreckenflüge ab Barcelona und Paris bekannt war. Glauben Sie, dass es für diese Art der Billigflüge auch in Österreich einen Markt geben könnte?

Ich bin davon überzeugt, dass Wien kein schlechter Markt für diese Art des Fluggeschäftes wäre. Wir hatten zum Teil schon in Asien Gespräche mit solchen Airlines. Mit der LEVEL Basis in Wien haben wir nun einen strategischen Vorteil in Europa. Willie Walsh (CEO IAG Gruppe) hat ja bereits bei seiner Pressekonferenz im Juli davon gesprochen, dass man neue Standorte evaluiert und Wien durchaus eine Option wäre, wenn gleich noch nichts fix entschieden ist. Das Angebot auf der Langstrecke unseres Flughafens ist für die Entwicklung der Region, den Tourismus und vor allem auch für den Konferenztourismus, ein entscheidender Punkt.

Der heurige Sommer war von Flugverspätungen und Flugausfällen gekennzeichnet. Sie haben anlässlich des letzten Luftfahrtsymposiums davon gesprochen, dass man ein Chaos wie in diesem Jahr verhindern möchte. Wird sich eine Situation wie 2018 auch im nächsten Jahr wiederholen oder hat die Branche aus ihren Fehlern gelernt?

Das glaube ich schon und ich hoffe, dass jeden in der Branche bewusst ist, dass man sich einen Sommer wie den letzten, nicht wieder leisten kann. Man muss vorsichtig sein mit Schuldzuweisungen, jeder muss für sich aus seinen Fehlern lernen. Man muss aber schon eines sehen, wir haben in Österreich heute bedeutend weniger Flugbewegungen als noch vor zehn Jahren. In Deutschland gibt es bereits erste Rufe, dass man die Kapazitäten der Flughäfen beschränken sollte. Dafür sehe ich überhaupt keine Veranlassung! Wir müssen uns gemeinsam überlegen, wie wir als Luftfahrtbranche auch zukünftig wachsen können?

Wurde die Industrie aufgrund des Kostendrucks zuletzt kaputt gespart?

Natürlich muss man auch sehen, dass in der Luftfahrt in den letzten Jahren an allen Ecken gespart wurde. Kürzere Flug und Umkehrzeiten, weniger Reservecrews, externe Einflüsse wie Unwetter und andere Faktoren machten es zuletzt schwierig, verloren gegangene Zeit wieder aufzuholen. Aus diesem Grund müssen wir uns gemeinsam überlegen, wo wir wieder Puffer einbauen können, damit die Situation im nächsten Jahr besser wird.

Ein neuer Office Park, ein zusätzliches Airport Hotel, ein Health Center oder der Terminalumbau verändern in den nächsten Jahren das Bild des Flughafens. Denkt man in Wien eigentlich auch darüber nach eine Event & Veranstaltungsfläche, ähnlich wie in München zu errichten, um auch andere Kundenschichten anzusprechen?

Ein echtes Veranstaltungszentrum wie beim Mitbewerber ist nicht geplant. Mittelfristig wollen wir aber das Gebiet zwischen dem Terminal, den Parkhäusern und NH Hotel entwickeln. Das ist sicherlich eine Entwicklungsfläche, wo wir mehr Landside Shopping und Konferenzflächen schaffen möchten.

Der Flughafen steht in den nächsten Jahren durch den Umbau seiner Terminal Infrastruktur vor großen Herausforderungen. Überlegt man ähnlich wie beim Terminal 1A, zusätzliche Einrichtungen zu schaffen, um den Passagierverkehr problemlos abfertigen zu können oder reichen die vorhandenen Kapazitäten aus?

Im Check-In Bereich reichen die Kapazitäten durch die verstärkte Automatisierung an den Self-Service Schaltern aus. Im Gate Bereich benötigen wir interimistische Lösungen für Bus Gates,die im Umfeld des Pier West und Terminal 3 errichtet werden. Wir sanieren den Terminal 2 im laufenden Betrieb sowie den Pier Ost, das wird sicher Herausforderungen für das gesamte System bringen. Dafür werden wir aber Lösungen haben.

Zusätzlich wächst das Passagierwachstum ständig, weshalb wir großflächig in den nächsten 12 Monaten neue Flugzeugabstellflächen im Westen des Flughafens schaffen, um die Zeit während der Umbauphase zu überstehen. Es wird sicherlich nicht immer ganz einfach werden, aber der positive Ausblick auf das fertige Produkt, das neue Passagiererlebnis mit einem erhöhten Passagierkomfort, einer zentralen Sicherheitskontrolle und bedeutend mehr Gastronomie & Shoppingflächen, wird darüber hinweg helfen.  

Martin Dichler