Ein sibirischer Wintertraum

Sibirien im Winter? Anfang Jänner erhielt ich eine Einladung von Corinna Preisinger (Sales Manager Aeroflot) und Walter Tretenhahn (Eastlink) zur Teilnahme an einer achttägigen Reise nach Sibirien. Die Freude über die Einladung war groß, doch gleichzeitig stellte ich mir die Frage, ob ich diese auch wirklich annehmen sollte den schließlich sind die Temperaturen zu dieser Jahreszeit in Sibirien bekanntlich nicht unbedingt die höchsten. Schnell war aber klar, dass ich mir diese vielleicht einmalige Chance nicht entgehen lassen durfte, weshalb ich euch nun über eine unglaubliche und vor allem unvergessliche Reise nach Sibirien berichten darf!

Du liebst den Schnee, zugefrorene Seen mit bizarren Eisformationen und möchtest abseits des touristischen Mainstreams einzigartige und unberührte Landschaften kennenlernen? Dann solltest du unbedingt dem sibirischen Irkutsk mit dem nahe gelegenen Baikalsee mit seinem Status als UNESCO Weltkulturerbe einen Besuch abstatten. Die wenigen Informationen, die wir in Österreich über Sibirien haben sind ja grundlegend eher negativ. Mein Sohn meinte sogar scherzhaft zu mir, was es den wohl zu bedeuten hätte, wenn ich als einziger „Journalist“ zu einer Reise nach Sibirien eingeladen werde?
In Wahrheit aber zählt Sibirien und die Region rund um Irkutsk zu den interessantesten Reisedestinationen, die ich bislang bereist habe. Selbst Russlandkenner meinen, dass der Baikalsee mit seiner unglaublichen Natur gerade während der kalten Jahreszeit seinen ganz besonderen Reiz entfaltet.

Eines aber gleich vorweg, bevor man nach dem ganzen COVID-19 Chaos irgendwann wieder einmal nach Sibirien reisen wird können, sollte man kleidungstechnisch gut gewappnet sein. Temperaturen von minus 30 Grad Celsius sind jederzeit möglich, kommt dann auch noch Wind hinzu, wird es sehr schnell ungemütlich weshalb eine ordentliche Winterkleidung mit Skihose, warmen Schneeschuhen, dicker Haube, Sturmmaske, Handschuhen und einer winddichten Jacke zur Grundausstattung jedes Sibirien Reisenden zählen sollte. Nachdem ich kein Wintersportler bin und ich über das meiste Equipment bislang nicht verfügte, führte mich mein erster Weg noch vor Antritt der Reise gleich direkt in mehrere Wiener Sportgeschäfte. Eine gute Investition wie sich später noch herausstellen sollte.

Am 14 Februar war es dann soweit, die erste Etappe unser Reise begann kurz nach Mitternacht mit unserem Aeroflot Flug SU 2355 von Wien nach Moskau- Scheremetjewo. Zuvor traf sich die bislang unbekannte Gruppe bestehend aus Vertretern der Reiseveranstalter Öamtc (Lukas Seyrl), Tai Pan (Mustafa Ilerin), Klug Reisen (Robert Stoinach), Corinna Preisinger (Aeroflot) sowie Walter und Elenore Tretenhahn (Eastlink) zu einem ersten kennenlernen im Terminal 1 des Flughafen Wien. Corinna Preisinger hatte vorab alles unternommen, damit sich die Gruppe am Flughafen wohlfühlt, weshalb wir die Zeit bis zu unserem Abflug mit dem einen oder anderen Glas Prosecco in der Flughafenlounge verbringen konnten.

Wenn man in Österreich von Russlandreisen spricht, dann fällt automatisch der Name Walter Tretenhahn. Seit fast 40 Jahren organisiert der Russlandspezialist mit seinem Unternehmen Eastlink abwechslungsreiche Reisearrangements für verschiedenste Reiseveranstalter in Österreich. Egal ob Murmansk, Novosibirsk, Kazan oder eine klassische Fahrt mit der transsibirischen Eisenbahn, die von Walter Tretenhahn organisierten Reisen sind Garant für unvergessliche Reiseerlebnisse. Immer auf der Suche nach neuen Reiseprodukten, arbeitet er gerade intensiv am Ausbau seines Winterprogramms weshalb wir zur gemeinsamen Exkursion nach Irkutsk aufbrachen.
Nach einem ersten kennenlernen starteten wir kurz nach Mitternacht in Richtung Moskau. An Bord des gut gebuchten A321 machten wir es uns zunächst einmal in unseren komfortablen Sitzen, die dankenswerterweise am Notausgang lagen, gemütlich. Von einem Sandwich und Getränk gestärkt verging die Flugzeit bis zu unserem ersten Zwischenstopp in Moskau- Scheremetjewo sehr schnell. Nach einem kurzen Aufenthalt im erst wenige Wochen vor unserer Reise eröffneten Terminal C, dieser ist für eine Kapazität von 20 Millionen Passagieren jährlich ausgelegt, wechselten wir mit der Flughafen U-Bahn österreichischen Fabrikats, unterirdisch zum Inlandsterminal D.

Um ehrlich zu sein, ich hatte zunächst noch wirklich keine genaue Ahnung wohin die Reise eigentlich gehen würde. Zwar kennt jeder Russland von uns, aber wo genau Irkutsk liegt und wie weit die Strecke bis dahin sei, habe ich erst kurz vor meinen Abflug in Wien realisiert, als ich mich genauer über die Reiseroute informierte. Und dann folgte auch schon die erste Überraschung: Die jeden von uns bekannte Strecke VIE-JFK beträgt rund 6800km, die Distanz VIE- IKT (Irkutsk) ist jedoch um ganze 350km länger! Auf meinen sechsstündigen Weiterflug nach Irkutsk durfte ich nun die Business Class und dessen großartiges Produkt an Bord der Aeroflot Boeing 737-800NG ausführlich testen.
Eine weitere sympathische Überraschung auf diesen Flug war meine Sitznachbarin. Eine knapp 60-jährige US-Amerikanerin mit Wohnsitz in London unterhielt mich während des gesamten Fluges mit Geschichten und Fotos aus ihrem Leben. Die erfolgreiche Geschäftsfrau gab mir dabei einen kurzen Einblick in ihren Alltag als Inhaberin von rund 25 Privatspitälern in den Vereinigten Staaten, England und Russland. Sie haben richtig gehört – 25 Spitäler – wobei Sie ihre Angaben auch gleich glaubhaft mit Fotos dokumentiert hatte. Neben zahlreichen Nebenwohnsitzen rund um den Globus unterhält Sie laut eigenen Angaben auch eine 30 Meter lange Privatjacht die auf Bermuda auf ihren Einsatz wartet. Ich musste die freundliche Dame dann einmal kurz unterbrechen und ihr erklären, dass ich das alles sehr interessant finde solange Sie mir jetzt nicht noch erzählt, dass Sie auch die Besitzerin eines Businessjet ist, weil dann wäre ich wirklich neidisch geworden! Was für eine verrückte Welt und was für eine gute Gelegenheit, um einmal mit Menschen zu sprechen, die man sonst eher kaum zu Gesicht bekommt.

Irkutsk: Stadt der Kirchen

Die 630.000 Einwohner Stadt Irkutsk ist die Hauptstadt der russischen Oblast Irkutskaya und ist am einzigen Abfluss des Baikalsees, des Angara Flusses angesiedelt. 1661 wurde Irkutsk gegründet als der berühmte Kosakenführer Jakow Pochabow ein Fort an den Ufern des Angara errichtete. Innerhalb von nur wenigen Jahrzehnten wurde aus dem Fort eine blühende Handelsniederlassung für Pelze, die weiter nach Europa verkauft wurden. Spätestens nach dem Fund von Gold und anderen Edelmetallen wuchs die Größe und der Reichtum der Stadt stetig an, wovon heute noch zahlreiche Stein & Holzgebäude zeugen. Irkutsk ist berühmt für seine Holzarchitektur und dies spiegelt sich auch in der Architektur wider. Die schönsten und noch am besten erhaltenen Häuser gibt es im Stadtzentrum von Irkutsk zu sehen. Diese sind teilweise weit über 100 Jahre alt und stehen unter UNESCO-Schutz wie in etwa das „Europa Haus“. Dieses aufwendig restaurierte Holzhaus ist reich an filigranen Verzierungen und gilt als die Perle der Irkutsker Holzbaukunst. Besonders Wert wird auf die Fenster der Holzhäuser gelegt, welche mit allerlei Ornamenten und anderen Verzierungen ausgestattet sind. Nachdem viele der alten Holzhäuser ohne Fundament gebaut wurden, versinken diese aufgrund der auch in Sibirien steigenden Temperaturen immer tiefer ins Erdreich. So finden sich in Irkustk immer mehr alte Holzbauten deren Fenster bereits bis auf das Straßenniveau eingesunken sind. Weitere historische Holzhäuser wurden im neuen Quartier 130, einer Ausgehmeile mit zahlreichen Geschäften und Restaurants aufwendig restauriert und einer neuen Verwendung zugeführt.

Irkutsk zählt mit seinen 24 Universitäten, zahlreichen Museen und Theatern zum geistigen Zentrum der Region. Besonders auffallend ist auch die hohe Anzahl an Kirchen, weshalb Irkutsk auch gerne als die Stadt der Kirchen bezeichnet wird. Allein im Altstadtzentrum von Irkutsk befinden sich mit der Erlöserkirche, der Gotteserscheinungskathedrale und der römisch-katholischen Kirche, gleich drei Gotteshäuser in unmittelbarer Nähe zum Monument des Stadtgründers Jakow Pochabow. Die Erlöserkirche ist eng mit der Geschichte der Stadt verbunden, wurde Sie doch im Jahr 1672 ursprünglich am Platz des einstigen Irkutsker Fort gebaut. Wie fast alle Kirchen im Land wurde auch die Gotteserscheinungskathedrale mit ihren fantastischen Fresken nach der russischen Revolution geschlossen und diente jahrelang einem anderen Verwendungszweck. Heute erlebt Irkutsk dank seiner großen Geschichte und seinem kulturellen Angebot einen touristischen Boom. Zahlreiche internationale Hotelketten wie die Marriott oder Accor Gruppe haben deshalb jüngst neue Hotelprojekte in Irkutsk eröffnet.

Im Rahmen eines Arbeitstreffens mit hochrangigen politischen Vertretern der regionalen Wirtschaft und des Tourismus, konnten wir uns persönlich vom engen und langjährigen Kontakt zwischen Eastlink Gründer Walter Tretenhahn und den regionalen Politikern und Wirtschaftstreibenden überzeugen. Für die Teilnehmer unserer Reisegruppe war der Besuch und der Aufwand, der dafür getrieben wurde, wirklich beeindruckend. Nicht nur das Ambiente im Europa Haus vermittelte uns einen ersten Eindruck von der Schönheit der Stadt, sondern auch der Umstand, dass sich an einem Sonntagmittag mehr als zehn hochrangige Vertreter der Stadt die Zeit für das Treffen mit Walter Tretenhahn nahmen, überzeugte. Aber bekanntlich sind persönliche Kontakte neben einer gewissen Trinkfestigkeit gerade in Russland das Um und Auf einer guten Geschäftsbeziehung.
Nach einer zweitägigen Stadtbesichtigung, bei der wir einen guten Eindruck von der kulturellen Bedeutung der Stadt erhielten, machten wir uns in Richtung des nur 70km entfernten Baikalsees auf. Zuvor hielten wir aber noch kurz am Ufer des Angara Flusses, um den Eisbrecher gleichen Namens einen Besuch abzustatten. Bei knackigen -21C Außentemperatur besichtigten wir das Museumsschiff, dass zwischen 1900 und 1962 als Eisbrecher, Schlepper und Personenfähre im Einsatz stand. Dabei muss erwähnt werden, dass die „Angara“ damals in England gebaut wurde, in ihre Einzelteile zerlegt, an den Baikalsee gebracht wurde, bevor man Sie vor Ort wieder zusammengebaute. Erstmals bekamen die Teilnehmer der Reise auch eine Vorstellung davon, wie sicher und tragfähig das Eis im sibirischen Winter tatsächlich wird. Wurden die ersten Schritte auf dem Eis des Angara Flusses nur sehr vorsichtig gesetzt, so verloren wir beim Anblick der tatsächlichen Eisdicke sehr schnell unsere Ängste.

Gut gewappnet für die kalte Zeit

Irkutsk wurde am Ufer des Angara Flusses gegründet

Kirchen wohin man in Irkutsk blickt

Freskengemälde in der Erlöserkirche

Das Europa Haus gilt als eines der schönsten Holzhäuser der Stadt

Andere Holzhäuser versinken im Boden

I LOVE IRKUTSK – unsere Reisegruppe vor Ort

Mystischer Sonnenuntergang im kalten Irkutsk

Der Eisbrecher Angara dient heute als Museumsschiff

Naturwunder Baikalsee

Eis, Eis, Eis wohin das Auge blickt! Wer meint, dass man Sibirien während des russischen Winters nicht bereisen sollte, der irrt gewaltig. Gerade im Winter entfaltet der Baikalsee seine ganze Schönheit und das an mehr als 300 Sonnentagen pro Jahr. Im sibirischen Winter gefriert das klare Wasser des Sees, dass einen Blick bis auf 40 Meter Wassertiefe zulässt, zu einer 1,50 Metern dicken Eisschicht. Der See wird dann über mehrere Monate zum Spielplatz der zahlreichen Touristen die dem größten Süßwassersee der Welt, er speichert 20% der weltweiten Vorräte, einen Besuch abstatten. Das ehemalige Fischerdorf Listvjanka dient heute als Ausgangspunkt aller touristischen Aktivitäten wie etwa Husky- oder Snowmobil Touren am südlichen Seeufer. Wer meint das eine Schlittenfahrt mit den sibirischen Huskys eine romantische Fahrt durch den Wald sei, der irrt gewaltig. Zwar sind die süßen Schlittenhunde zum Kuscheln, nachdem es aber am Husky Schlitten keinerlei Dämpfung für den Passagier gibt, ist die Fahrt durch den Wald der Taiga für jeden Passagier der über Kreuzprobleme klagt, eher nicht zu empfehlen. Als großer Vorteil erwies sich auch bei einem organisierten Schneemobil Ausflug unserer Gruppe mein Entschluss, nicht selbst zu fahren. Viel lieber nahm ich als „offizieller Fotograf“ der Reisegruppe am Schneemobil des Instruktors Platz, der mich jedes Mal, wenn die Gruppe für ein Fotoshooting an uns vorbeigefahren war, mit Vollgas zum nächsten Fotopunkt brachte. Wie ihr euch vorstellen könnt war mein Adrenalinpegel bedeutend höher als jener der Selbstfahrer. Das lag aber vielleicht auch daran, dass ich manche Streckenabschnitte verkehrt sitzend, also entgegen der Fahrtrichtung unternahm und den Beschleunigungskräften noch mehr ausgesetzt war.

Ein unvergessliches Erlebnis sind auch die angebotenen Luftkissenbootfahrten über den zugefrorenen Baikalsee. Hier kam unserer Reisegruppe wieder einmal die große Russlanderfahrung von Walter Tretenhahn zugute. Nach einer rasanten Fahrt über den gefrorenen See machte wir einen Halt am südlichen Seeufer, um einen Teil der alten transsibirischen Eisenbahnstrecke zu Fuß zu erkunden und uns dann im Anschluss mit frisch geräucherten Fisch, Kaviar und russischen Baikal Vodka (mit Pinienkernen versetzt) zu stärken.

Wer sich Ende Februar in Listvjanka aufhält, der sollte dem jährlichen Eis Skulpturen Festival auf jeden Fall einen Besuch abstatten. Während unseres kurzen Aufenthaltes im ehemaligen Fischerdorf konnten wir nicht nur die hervorragende russische Kulinarik kennenlernen, sondern beim anschließenden Verdauungsspaziergang den Eiskünstlern bei den Vorbereitungen zum großen Event über die Schultern blicken.
Apropos Winterkleidung: Bei den soeben erwähnten Tagesausflugsprogramm kam dann schlussendlich auch meine gesamte Winterbekleidung zum Einsatz. Mit gesamter Winterbekleidung ist das Tragen von zwei langen Unterhosen plus Skihose sowie mehrere Schichten Oberbekleidung gemeint. Manchmal hatte ich den Eindruck nicht nur wie ein „Michelin“ Männchen auszusehen, sondern auch so unbeweglich wie eines zu sein.
Wer mehr über die Entstehung des vor mehr als 25 Millionen Jahren entstandenen Baikalsees erfahren möchte, dem sei der Besuch des Baikal Museums in Listvjanka empfohlen. Unsere deutschsprechende Reiseleiterin Ludmila hatte uns bereits in den Tagen zuvor auf eine sehr unterhaltsame Art und Weise die Schönheit und Kultur der Region nähergebracht. Als Sie mir aber im Baikal Museum dann erklärte, dass in Sibirien zahlreiche gefährliche Wildtiere unterwegs sind und es für jeden eine Ehre ist von einem russischen Tiger gefressen zu werden, musste ich doch wiedersprechen!

Faszinierende Eisbilder

Unterwegs mit dem Luftkissenboot am Baikalsee

Baikal Vodka, dass Lebenselixier

25% der weltweiten Süßwasser vorkommen lagern im See

Faszinierend aber nichts für Menschen mit Rückenproblemen

Genügend Holz vor der Hütte ist in Sibirien lebensnotwendig

Sonnenuntergang am Baikalsee

Die Region setzt sich übrigens auch sehr intensiv mit der Geschichte seiner Ureinwohner, der Burjaten auseinander. Die Burjaten sind eine mongolische Ethnie und sind seit jeher dem Schamanismus verbunden. Mehr Einblick über die Lebensweise und den Schamanismus der Burjaten erlebt man am besten bei einem Besuch der Baikalsee Insel Olkhon. Die Insel und die Bucht Burchan mit seinen berühmten Schamanenfelsen werden seit jeher als heilige Orte verehrt. Wunderschön und gleichzeitig bizarr sind jene Eisformationen, die am Baikalsee entstehen, wenn dieser im Winter gefriert. Im Eis des Sees bilden sich aufgrund seismischer Aktivitäten Risse, die hin und wieder mit einem dumpfen Knall aufbrechen und Packeis bilden. Ein unerklärliches Naturschauspiel sind auch aufsteigende Luftblasen, die im Eis gefrieren. Gäste, die den See besichtigen, werden während ihres Ausfluges auch direkt vor Ort verköstigt. Ist erst einmal ein netter Platz für ein Picknick auf der großen Eisfläche gefunden, wird einfach ein Lagerfeuer angezündet, auf dem zumeist der örtliche Fahrer oder Tourguide, eine schmackhafte Fischsuppe für die Gäste zubereitet.

Nachdem die Straßen der Insel unbefestigt sind, wird während der Wintermonate für längere Strecken hauptsächlich der mehr als 60km lange Ice Road Highway, der das Festland mit der Insel Okhlon verbindet, benutzt. Als unverwüstliches Allzweckfahrzeug beweist der berühmte UAZ Buchanka, ein Transporter mit russischer Militärgeschichte dabei seine Fähigkeiten. Egal ob an Land oder auf der Eisfläche, der UAZ schlägt jedes westliche Fahrzeug um Längen, wenngleich der Komfort des Allradfahrzeuges sehr minimal ist. Frei nach dem Motto – was es an Bord nicht gibt – kann auch nicht kaputt gehen!

Die größten Sehenswürdigkeit der Insel ist aber die Natur selbst! Es bedarf eigentlich keiner weiteren Unterhaltung am Baikalsee als ein Blick in die Weite und Schönheit des Landes. An dieser Stelle ein kleiner Hoteltipp! Als überaus gelungen habe ich das Baikalwood Eco Hotel auf Olkhon Island empfunden. Dieses familiengeführte Hotel bietet zum einem jenen Luxus, den der verwöhnte Westeuropäer sucht, zum anderen ist das Haus schlicht in Vollholz gehalten. Die russische Gastfamilie, die auch gleichzeitig das ausgezeichnete Restaurant führt, sucht das Gespräch mit seinen Gästen und der gemeinsame Aufenthaltsraum mit der wolligen Wärme des knisternden Holzofens ist nicht nur eine Rettungsinsel in der Kälte der Nacht, sondern auch eine Oase der Ruhe. Während meines Aufenthaltes konnte ich gleich mehrere Stunden mit einem wärmenden Tee in den Gemeinschaftsraum mit seinen großen Panoramafenstern verbringen, während zwei junge Gäste des Hauses mit ihrer Gitarre gespielt haben. Für mich ein unvergesslicher Moment des – In sich Kehrens- den ich nicht missen möchte…

Knapp 400km fährt man durch die russische Taiga bis zur Schamaneninsel Okhlon

Der mit dem Feuer tanzt- ein Schamane bei einer Begrüßungszeremonie

Bis zu 60km Eisfläche dienen im Winter als Hauptverkehrsweg

Faszination Baikalsee

Der heilige Schamanenfels auf der Insel Okhlon

Ein unverwüstlicher UAZ am Baikalsee

So schön, dass einem die Worte fehlen

Unter lautem Grollen bricht das Packeis regelmäßig auf

Für die Anreise nach Russland empfiehlt sich generell ein Flug mit der größten nationalen Fluglinie (Aeroflot) des Landes. Das Skyteam Mitglied bietet innerhalb Russlands ein dichtes Streckennetz aus 54 Destinationen an. Aeroflot hat in den letzten Jahren sehr viel Geld in sein Produkt und die Anschaffung von neuen Flugzeugen investiert. Jüngstes Mitglied des durchschnittlich nur 4,9 Jahre alten Aeroflot Flugzeugparks ist seit Ende Februar der neue Airbus 350-900 XWB mit einem völlig neuen Kabinendesign. Während bei den europäischen Mitbewerbern immer mehr am Produkt gespart wird, bietet Aeroflot seinen Economy Kunden weiterhin kostenloses Catering sowie 23kg Freigepäck an. Bei Flügen ab drei Stunden Flugdauer wird weiterhin ein warmes Catering kostenlos serviert, wobei ich zu meiner Überraschung auf den Rückflug aus Irkutsk sogar einen gegrillten Lachs als Eco- Menü angeboten bekommen habe! Könnt ihr euch erinnern jemals einen Lachs auf einen Economy Flug angeboten bekommen zu haben? Passagiere der Business Class können sich an Bord der Aeroflot Boeing 737-800NG wie Sie auch nach Irkutsk zum Einsatz kommen, auf Komfortsitze freuen, die ihren Namen auch verdienen. Mit 97cm Sitzabstand, Video on Demand, einem delikaten Catering und einen besonders freundlichen Bordservice seiner Flugbegleiterinnen, bestätigt Aeroflot einmal mehr seinen Ruf als Premium Airline.

Hinweis:
Diese Geschichte wurde von mir Mitte März neu verfasst als sich die Ereignisse auf unserer Welt überschlugen und plötzlich nichts mehr so war, wie wir es bisher kannten. Ich hoffe, ich kann euch in diesen schwierigen Zeiten mit dieser und weiteren Geschichten ein wenig Abwechslung im Alltag bieten. Für ein Feedback bin ich gerne unter der E-Mail-Adresse – myviennaairport@gmx.at – erreichbar!
Alles Gute euch allen, bleibt weiterhin gesund und befolgt bitte die Verhaltensregeln unserer Regierung!

Martin Dichler
www.myviennaairport.at

www.eastlink.at
www.aeroflot.ru
https://baikalwoodhotel.ru/en/