Österreichs Luftfahrtzulieferindustrie begrüßt industrielle Kooperation mit Leonardo im Zuge der Beschaffung der Jet-Trainer M346 für das Bundesheer

er österreichische Dachverband Luftfahrt begrüßt ausdrücklich die Vereinbarung mit Leonardo im Zusammenhang mit der geplanten Beschaffung der Jet-Trainer M346 für das Österreichisches Bundesheer. Diese Kooperation markiert einen wichtigen Durchbruch für die nationale Luftfahrtzulieferindustrie und sendet ein starkes Signal in Richtung strategischer Weitsicht und Sicherheitspolitik.

Flugzeughersteller und ihre Zulieferketten tragen erheblich zur nationalen Sicherheit bei: Die meisten OEMs (Original Equipment Manufacturer), darunter Leonardo, aber auch Airbus oder Embraer, produzieren ebenfalls militärische Flugzeuge – und damit zentrale Elemente der Landesverteidigung. Gleichzeitig sind Technologien, Prozesse und Fachkräfte, die zivile Luftfahrtkomponenten liefern, häufig auch in der Lage, bei Bedarf Komponenten oder Dienstleistungen für militärisch genutzte Flugzeuge bereitzustellen. Angesichts dieser Dual-Use-Funktion ist die Entscheidung, bei welchen Zulieferern ein OEM einkauft, sicherheitsrelevant.

Daher ist es für Staaten, die Luftfahrzeuge beschaffen, essenziell, dass möglichst viel Schlüsseltechnologie und Wertschöpfung im Inland verbleibt, und zwar im gesamten Luft- und Raumfahrtbereich. Abweichungen davon sind nur selten und nur bei engen Ausnahmefällen sinnvoll — etwa dann, wenn bestimmte Komponenten von keinem oder nur einem einzigen lokalen Hersteller bereitgestellt werden können.

Die wichtigste Ausnahme davon bilden jedoch Kooperationsvereinbarungen wie jene mit Leonardo: Sie ermöglichen es österreichischen Zulieferbetrieben und Forschungseinrichtungen, sich im Wettbewerb zu qualifizieren und damit Teil der sicherheitsrelevanten Lieferkette zu werden.

Mit dieser Vereinbarung wird nicht nur die nationale Verteidigungsfähigkeit gestärkt, sondern auch der Wirtschaftsstandort Österreich nachhaltig gefördert. Bereits heute beliefern österreichische Zuliefererindustrie und Partnerunternehmen mit einem Volumen von über 800 Mio. Euro jährlich allein Airbus und dessen Sublieferanten — ein signifikanter Anstieg gegenüber früheren Jahren, vor der letzten Kampjetbeschaffung, als das jährliche Liefervolumen bei deutlich unter 200 Mio. Euro lag.

Die Mitglieder des Dachverbands Luftfahrt sehen in der aktuellen Entscheidung einen Meilenstein: Sie wertschätzen das entschiedene Vorgehen der Bundesregierung und die konsequente Umsetzung des Regierungsprogramms bezüglich industrieller Kooperationen. Dieser Schritt erforderte nicht nur die Abstimmung zwischen den zuständigen Bundesministerien, namentlich BMLV und BMWET — sondern auch parteiübergreifende Unterstützung und letztlich politischen Mut. Wir danken insbesondere Bundesministerin Klaudia Tanner und Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer, die mit dieser Entscheidung sowohl den Kurs ihrer Vorgänger korrigiert als auch eine nachhaltige Perspektive für den Technologie- und Industriestandort Österreich gesetzt haben.

Wir begrüßen ausdrücklich die klare und transparente Beschränkung der Kooperation auf solche Projekte, denen wesentliche Sicherheitsinteressen der Republik zugrunde liegen. Diese Beschränkung ist nicht nur notwendig, um mit europäischen Regelungen im Einklang zu bleiben — sie stellt auch sicher, dass jene heimischen Unternehmen Zugang erhalten, die ohne diese Regelung faktisch ausgeschlossen wären. Die Abwicklung durch staatliche Agenturen wird dafür sorgen, dass rechtliche Rahmenbedingungen eingehalten und Transparenz gesichert ist.

Die Firmen der österreichischen Luftfahrtzulieferindustrie sehen optimistisch in die Zukunft: Sie freuen sich darauf, künftig einen noch größeren Beitrag zur Sicherheit unseres Landes zu leisten und gleichzeitig hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen sowie nachhaltige wirtschaftliche Impulse zu setzen.

Für Medienanfragen und weitere Informationen steht der Dachverband Luftfahrt gerne zur Verfügung.

AI Austria: Aviation Industry Austria – Dachverband der Österreichischen Luftfahrtindustrie
Der Dachverband Aviation Industry Austria ist die größte Interessensvertretung der österreichischen Luftfahrt. Die Organisation bündelt Interessen der Luftfahrtindustrie wie etwa Flughäfen, Airlines, Luftfahrtzulieferindustrie und Business Aviation und vertritt derzeit direkt oder indirekt rund 100 Mitgliedunternehmen. Nähere Infos unter www.aiaustria.at